MoKKa - Moorklimaschutz durch Kapazitätsaufbau

Mangelndes Wissen zu der Klimarelevanz der Moore und zur Umsetzung von Moorklimaschutzprojekten ist ein großer hemmender Faktor für die Umsetzung von Moorwiedervernässungen. Das betrifft die Bevölkerung, aber auch relevante Berufsgruppen und Entscheidungsträger. Daher ist ein gezielter landes- und regionalspezifischer Kapazitätsaufbau notwendig, auch um aktuellen und zukünftigen politischen Anforderungen und Zielstellungen zu entsprechen und Finanzierungsmöglichkeiten nutzen zu können. 
Das Projekt MoKKa widmet sich dem akteursbezogenen Kapazitätsaufbau für den Moorklimaschutz in M-V und bundesweit.  

Folgende Schwerpunkte werden im Projekt bearbeitet:  

1. Aufbereitung von Wissen und Erfahrungen aus vergangenen und aktuellen Projekten; Begleitung und Beratung von Vorhabenträgern bei der Bearbeitung eigener Umsetzungsprojekte; Umsetzung einer Polderrestaurierung als Lehrbeispiel  

2. Abbau von formalen und finanziellen Hemmnissen von Wiedervernässungsprojekten durch vergleichende Analysen und Fachdiskussionen mit den zuständigen Verwaltungsbehörden zur Optimierung von Genehmigungs- und Förderverfahren;  

3. Stärkung des Themas Moor-Klimaschutz in Aus- und Weiterbildung von potenziellen Akteur*innen der praktischen Umsetzung (Vorhabenträger, Planungsbüros, Verwaltung (Genehmigungsbehörden), Wasser- und Bodenverbände, Kommunen, landwirtschaftliche und Baubetriebe) durch Weiterbildung der entsprechenden Multiplikator*innen in den Bildungseinrichtungen;  

4. Akzeptanzförderung und Bewusstseinsbildung in der Bevölkerung. Zur Aufklärung und Sensibilisierung über Moor-Klimaschutz und Wiedervernässung erarbeitet dieser Schwerpunkt Methoden und Materialien im Sinne der Bildung für nachhaltige Entwicklung. Diese richten sich zum einen an Multiplikatoren wie Bildungsträger und Pädagog*innen sowie Referent*innen der Öffentlichkeitsarbeit. Zum anderen werden sie in der Kinder- und Jugendbildung zu Moor angewandt.  

Der Großteil der organischen Böden in Deutschland wird entwässert, hauptsächlich für land- und forstwirtschaftliche Nutzung. Diese Flächen setzen enorme Mengen an Treibhausgasen (THG) frei (5,4% der Emissionen in Deutschland). Sie bieten somit auf kleiner Fläche ein enormes Einsparungspotenzial. Dies kann durch eine Anhebung der Wasserstände umgesetzt werden. Um bis 2050 alle CO2-Emissionen aus Mooren in Deutschland einzusparen, wäre es erforderlich, schrittweise ca. 50.000 ha jährlich wiederzuvernässen.  

Besonders wichtig in Deutschland sind die sechs moorreichen Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern (M-V), Brandenburg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Bayern und Baden-Württemberg. In M-V sind die entwässerten Moorflächen sogar die größte Einzelquelle für THG-Emissionen (fast 30% der Gesamtemissionen). Hier müssten bis 2050 jährlich mind. 8500 ha wiedervernässt werden, doch die Umsetzung stockt bereits seit einigen Jahren.  

Das MoKKa-Verbundprojekt bietet Akteur*innen umfangreiche und konkrete, an den Bedarfen orientierte Unterstützung, um mehr praktische Umsetzung flächenwirksam durchzuführen. Verschiedene Praxispartner, wie z.B. die Landgesellschaft M-V GmbH, werden in das Projekt eingebunden, um ihr Wissen und ihre Erfahrungen zur Verfügung zu stellen und Methoden und Lösungen mitzuentwickeln. Dies wird beispielhaft in Mecklenburg-Vorpommern geschehen und durch Maßnahmen des Wissenstransfers auch in die anderen moorreichen Bundesländer hereingetragen. Begleitend zu der Arbeit in den verschiedenen Arbeitspaketen findet eine bundesweit wirksame Öffentlichkeitsarbeit und Vernetzung zum Thema Moorklimaschutz statt.  

MoKKa - Moorklimaschutz durch Kapazitätsaufbau

Ort: Mecklenburg-Vorpommern
Laufzeit: 2022 - 2024

Christina Lechtape (Foto: Ph. Schroeder)
Projektkoordination

Christina Lechtape

christina.lechtape[at]succow-stiftung.de


Tel +49 3834 83542 26

MoKKa ist ein Verbundprojekt der Michael-Succow-Stiftung, der Naturschutzstiftung Deutsche Ostsee und der Universität Greifswald.  

Es wird gefördert vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages sowie von der Manfred-Hermsen-Stiftung und der Stiftung Zukunft Jetzt!