Zentralasien

Stärkung von grenzüberschreitendem Naturschutz und nachhaltiger Landnutzung in Zentralasien

Hintergrund des Projekts

Das Projekt „Stärkung von grenzüberschreitendem Naturschutz und nachhaltiger Landnutzung in Zentralasien“ wurde von der Succow Stiftung im Rahmen des GIZ Regionalprogrammes „Integrative and Climate-sensitive Land Use in Central Asia“ (ILUCA) von Juli 2023 bis Dezember 2025 durchgeführt. Das Projekt widmete sich der Herausforderung, dass ökologische Prozesse und Biodiversität in Zentralasien naturgemäß grenzüberschreitend sind, während Naturschutz und Landnutzungsmanagement nach wie vor weitgehend national organisiert sind. Dies schränkt den wirksamen Schutz der Biodiversität, die nachhaltige Landnutzung und die Klimaanpassung in gemeinsamen Ökosystemen ein. 

Ziel des Projekts

Übergeordnetes Ziel des Projekts war die Stärkung grenzüberschreitender, integrierter Ansätze zum Naturschutz und zur nachhaltigen Landnutzung in Zentralasien. Als Pilotregionen dienten das Zarafshan-Tal sowie das Hissar-Gebirge zwischen Tadschikistan und Usbekistan. Vor dem Hintergrund der derzeit so intensiv wie nie zuvor ausgeprägten bilateralen Zusammenarbeit zwischen Usbekistan und Tadschikistan zielte das Vorhaben darauf ab, die Rahmenbedingungen für ein koordiniertes und kooperatives Management grenzüberschreitender Landschaften zu verbessern.

Monitoring im Zarafshan-Tal in Zarafshan-Schutzgebiet in Tadschikistan. Foto: M. Gritsina. Foto: N. Marmazinskaya

Zentralasien

Stärkung von grenzüberschreitendem Naturschutz und nachhaltiger Landnutzung in Zentralasien

Ort: Zentralasien

Laufzeit: 07/2023 – 12/2025

Projektergebnisse

Das Projekt erzielte eine Reihe von Ergebnissen, die sowohl die praktische Umsetzung im Naturschutz als auch die institutionelle Zusammenarbeit nachhaltig stärkten.

  • Verbessertes grenzüberschreitendes Naturschutzmanagement im Zarafshan-Tal und im Hissar-Gebirge

Bewertungen der Schutzgebiete im Zarafshan-Tal mit dem Management Effectiveness Tracking Tool (METT) halfen dabei, Bedrohungen, Managementlücken und prioritäre Handlungsfelder zu identifizieren. Für den Zarafshan-Nationalpark (Usbekistan) und das Zarafshan-Zakaznik (Tadschikistan) wurden standardisierte Leitlinien zum Monitoring der biologischen Vielfalt entwickelt. Dadurch entstand ein gemeinsamer methodischer Rahmen, der eine vergleichbare Datenerhebung und die gemeinsame Interpretation ökologischer Trends ermöglicht. Gezielte Schulungen – darunter auch zur Anwendung von Kamerafallen – verbesserten die praktischen Fähigkeiten der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Schutzgebiete und schufen eine gemeinsame Grundlage für die künftige Zusammenarbeit. Die Schutzgebiete erhielten außerdem verschiedene Ausrüstungsgegenstände zur Verbesserung ihre Managements.

Im Hissar-Gebirge stärkte das Projekt die praktische Zusammenarbeit zwischen dem Shirkent-Nationalpark (Tadschikistan) und dem Yuqori-Tupalang-Nationalpark (Usbekistan). Durch gemeinsamen fachlichen Austausch und Schulungen zum Biodiversitätsmonitoring wurde das gegenseitige Verständnis für die ökologischen Zusammenhänge und Herausforderungen des grenzüberschreitenden Ökosystems verbessert. Damit wurde die Grundlage für weitere gemeinsame Aktivitäten im grenzüberschreitenden Naturschutz geschaffen.

  • Stärkere nachhaltige Landnutzung und Klimaanpassung

In angewandten Studien wurden die Auswirkungen des Klimawandels auf die lokalen Landnutzerinnen und Landnutzer im Zarafshan-Tal untersucht. Auf Basis der Ergebnisse wurden Kommunikationsmaterialien entwickelt, die sich an lokale Landwirtinnen und Landwirte sowie Gemeinden richten und die zentralen Herausforderungen möglicher Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel beschreiben. Eine Potenzialanalyse für grenzüberschreitenden Ökotourismus im Zarafshan-Tal zeigte, wie Naturschutzziele mit der Stärkung lokaler Lebensgrundlagen verknüpft werden können.

  • Verbesserter regionaler Dialog und institutionelle Verankerung

Ein wichtiger Meilenstein des Projekts war die Vereinbarung eines gemeinsamen Aktionsplans für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Zarafshan-Tal, der einen Rahmen für die weitere Kooperation bietet. Die politischen Partner bekräftigten zudem ihre Bereitschaft, die Zusammenarbeit durch ein Memorandum of Understanding zu formalisieren.

Zwei regionale Sommerschulen in Samarkand vermittelten rund 50 jungen Fachkräften und Studierenden aus ganz Zentralasien Kenntnisse in den Bereichen GIS und Fernerkundung und stärkten so das regionale Fachwissen und die beruflichen Netzwerke.

Die Regionalkonferenz zum Thema „Mensch-Wildtier Konflikte in Zentralasien“ in Almaty führte zu einem praktischen Tagungsband mit Best Practices und Fallstudien aus ganz Zentralasien. Dieser stärkt den Wissensaustausch und bietet Verantwortlichen von Schutzgebieten sowie politischen Entscheidungsträgern konkrete Instrumente, um Mensch-Wildtier Konflikte in der Region wirksam zu bewältigen.

Das Projekt wird von der GIZ im Rahmen des Regionalprojekts „Integrated and Climate-sensitive Land Use in Central Asia" (ILUCA) gefördert.

Policy Brief: Climate change impacts on local land users in the Zarafshan Valley

Policy Brief: Windows of opportunities for transboundary conservation in Zarafshan Valley

Information Leaflet Amarant Amaranthus retroflexus_UZB

Biodiversity Poster Zarafshan River: Олами ҳайвонот ва набототи дарёи Зарафшон Животный и растительный мир реки Зарафшан

Biodiversity Poster Zarafshan River: Zarafshon daryosining hayvonot va o‘simlik dunyosi Животный и растительный мир реки Зарафшан

Information Leaflet Setaria italica: QO'NOQ YUQORI OQSILLI OZIQ-OVQAT VA YEM-XASHAK O'SIMLIGI

Leaflet Zarafshan National Park: ZARAFSHAN NATIONAL NATURE PARK

Leaflet Zarafshan National Park: ЗАРАФШАНСКИЙ НАЦИОНАЛЬНЫЙ ПРИРОДНЫЙ ПАРК

Leaflet Zarafshan National Park: ZARAFSHON MILLIY TABIAT BOG'I

Human-Wildlife Conflict in Central Asia

Manual use of camera traps - Танзимоти асосии бехтарини фотоловушкахои навъи Solaris

Manual use of camera traps - Solaris fotoqopqonlarining asosiy optimal sozlamalari

Christian Welscher (c) Ph. Schroeder
Kontaktperson

Christian Welscher
Expertise: Internationale Umwelt- und Naturschutzkooperation, Schutzgebietsmanagement

christian.welscher[at]succow-stiftung.de


Tel +49 3834 8354 236