Armenien

Biosphärenreservate als Modellregionen für den Klimaschutz und die Anpassung an den Klimawandel - Kapazitätsentwicklung für die Einrichtung des Biosphärenreservats Dilidschan

Armenien liegt in der Ökoregion Kaukasus, die nach den Kriterien von Conservation International als einer der globalen Biodiversitäts-Hotspots gilt. Die Region zeichnet sich durch eine außergewöhnlich hohe biologische Vielfalt und einen hohen Grad an Endemismus aus. Im Land sind nahezu alle wichtigen natürlichen Ökosysteme des Kaukasus vertreten. Die Dilidschan Region ist bekannt für ihre ausgedehnten Waldlandschaften, Mineralquellen sowie bedeutende Natur- und Kulturdenkmäler. Trotz dieses außergewöhnlichen Naturreichtums ist das Gebiet zunehmend bedroht – insbesondere durch die Auswirkungen des Klimawandels sowie durch anthropogene Belastungen wie die intensive Nutzung natürlicher Ressourcen und Umweltverschmutzung.

Vor diesem Hintergrund treibt die armenische Regierung das UNESCO-Konzept „Der Mensch und die Biosphäre“ (MAB) voran. In 2023 wurde die Einrichtung des ersten Biosphärenreservats des Landes initiiert. Mit Unterstützung deutscher Partner*innen wurde das Projekt zur Kapazitätsentwicklung für das Biosphärenreservat Dilidschan erfolgreich durchgeführt.

Im Rahmen des Projektes wurden umfassende ökologische, soziale und wirtschaftliche Studien durchgeführt, die eine fundierte wissenschaftliche Grundlage für die Planung und Zonierung des Biosphärenreservats bilden. Aufbauend auf diesen Analysen wurden in einem breit angelegten partizipativen Prozess die Grenzen, Zonen und Kernfunktionen des künftigen Biosphärenreservats Dilidschan definiert. Dabei wurden zentrale Sektoren, ökologische und kulturelle Werte sowie bestehende und potenzielle Bedrohungen systematisch erfasst.

Durch zahlreiche Workshops, Trainingsmaßnahmen und eine internationale Studienreise konnten die fachlichen und institutionellen Kapazitäten lokaler und nationaler Akteur*innen deutlich gestärkt werden. Insbesondere wurden Kompetenzen in den Bereichen Biosphärenreservats-Management, nachhaltige Landnutzung, partizipative Planungsprozesse und sektorübergreifende Zusammenarbeit aufgebaut.

Zur Sicherstellung einer langfristig tragfähigen Steuerung wurden Governance-Strukturen sowie mögliche Finanzierungsmechanismen für das Biosphärenreservat diskutiert. Eine breite Beteiligung wurde durch die Einrichtung einer lokalen Arbeitsgruppe mit mehr als 30 Mitgliedern sowie durch regelmäßige intersektorale Abstimmungstreffen gewährleistet.

Darüber hinaus wurde ein umfassender Umsetzungsplan erarbeitet und mit den relevanten Interessenträgern abgestimmt. Das Dokument definiert die zentralen Elemente des geplanten Biosphärenreservats und beschreibt die nächsten Schritte zur erfolgreichen Nominierung und formalen Einrichtung des Biosphärenreservats Dilidschan.

Die im Projekt umgesetzten Maßnahmen haben ein starkes institutionelles, fachliches und gesellschaftliches Fundament für Armeniens erstes Biosphärenreservat geschaffen. Die Region Dilidschan ist damit bestens vorbereitet, als Modellregion im Rahmen der UNESCO-MaB-Initiative nominiert zu werden. Das Vorhaben trägt wesentlich dazu bei, den Schutz der biologischen Vielfalt mit einer nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen in Einklang zu bringen, Klimaschutz- und Anpassungsstrategien in der Praxis zu erproben und die Resilienz der klimaanfälligen Region langfristig zu stärken.

Dilidschan Nationalpark Foto: N. Malazonia/ Michael Succow Stiftung

Kapazitätsentwicklung für die Einrichtung des Biosphärenreservats Dilidschan

Ort: Armenien

Laufzeit: 01.12.2023 - 31.07.2025

Nika Malazonia (Foto: Ph. Schroeder)
Projektkoordination

Nika Malazonia
Expertise: Schutzgebietsmanagement, Biosphärenreservate, Welterbe

nika.malazonia[at]succow-stiftung.de


Tel +49 3834 8354 235

Dieses Projekt wird vom Bundesumweltministerium mit Mitteln des Beratungshilfeprogramms (BHP) für den Umweltschutz in den Staaten Mittel- und Osteuropas, des Kaukasus und Zentralasiens sowie weiteren an die Europäische Union angrenzenden Staaten gefördert und vom Bundesamt für Naturschutz und dem Umweltbundesamt begleitet. 

Die Stiftung Überlebensrecht unterstützt das Projekt durch einen Kofinanzierungsanteil.

SOLUTON ist lokaler Projektpartner vor Ort.