IKI PeatRus - Moorrestauration in Russland

Wiedervernässung von Mooren in Russland – Verhütung von Bränden und Abmilderung des Klimawandels - III: Empfehlungen für die Aufnahme von Daten zu wiedervernässten Mooren in die nationale Klimaberichterstattung der Russischen Föderation

Mehr als 8% der Fläche Russlands sind mit Mooren bedeckt. Diese wurden in der Vergangenheit in großem Umfang trockengelegt, um sie für Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Torfabbau nutzbar zu machen. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion wurden sie vielfach aufgegeben. Viele der nicht mehr bewirtschafteten Flächen – insgesamt ca. 2,75 Mio. ha – stellen ein akutes Feuerrisiko dar und sind zudem eine Quelle von Treibhausgasen, die als Folge der durch die Entwässerung eingeleiteten Torfmineralisierung entstehen. Nach Schätzungen ist Russland der drittgrößte Treibhausgasemittent aus entwässerten Mooren der Welt. Aufgrund der verheerenden Moorbrände im Jahr 2010 hat die russische Regierung entschieden, als vorbeugende Maßnahme die Wiedervernässung von degradierten Mooren einzuleiten und hat dafür um internationale Unterstützung gebeten.

Ein von Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem russischen Präsidenten Dmitri Medvedev im Juli 2011 unterzeichnetes Abkommen ermöglichte die Entwicklung eines gemeinsamen Deutsch-Russischen Projekts mit deutschen Investitionen für die Weiterentwicklung der technischen Expertise und russischen Investitionen für die konkrete Umsetzung der Wiedervernässungsmaßnahmen.

Naturpark "Vishtynetsky" (Photo:Svetlana Matskova)

Moorrestauration in Russland

Wiedervernässung von Mooren in Russland – Verhütung von Bränden und Abmilderung des Klimawandels

Ort: Russland

Laufzeit: 07.2020 - 12.2023

Die Wiedervernässung entwässerter Moore hat sich als wirksam bei der Reduzierung der Treibhausgasemissionen erwiesen und kann Ländern helfen, die nationalen Ziele des Pariser Übereinkommens, eines national festgelegten Beitrags (NDC), zu erreichen. Damit werden gleichzeitig die biologische Vielfalt auf diesen Flächen gesteigert, Brände vermieden und neue Einnahmequellen für die Bevölkerung erschlossen.

Ziel des Projekts ist es, das Potenzial der Moorbewirtschaftung zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen bei der Eindämmung des Klimawandels aufzuzeigen und damit die Widerstandsfähigkeit von Landschaften gegenüber dem Klimawandel als Anpassungsmaßnahme zu erhöhen. Das Projekt schafft einen verbesserten rechtlichen und politischen Rahmen für diese Wiederherstellungsmaßnahmen, indem die (1) Methodik für regionale Bestandsaufnahmen von Mooren entwickelt wird, die mit der UNFCCC-Berichtsvorlage kompatibel ist, (2) ebenso Richtlinien für die Berichterstattung über torfbezogene Minderungsmaßnahmen, (3) eine Methodik zur Bewertung der Reduzierung der Treibhausgasemissionen durch die Wiedervernässung von Mooren, (4) eine Methodik zur Bewertung der Treibhausgasemissionen durch Torfbrände, (5) Empfehlungen und Berichtsformulare zur Aufnahme von Informationen zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen durch die Wiedervernässung von Mooren in die Berichterstattung über Klimaschutz und Anpassung. Darüber hinaus ist eine integrative Bewertung der durch die Wiederherstellung ökologischer Moore verursachten Veränderungen der Ökosystemleistungen geplant.Die Projektaktivitäten umfassen die Inventarisierung von Moorflächen und deren Priorisierung für Wiedervernässung, die Wiedervernässung von Mooren v.a. in der Region Kaliningrad sowie eine Pilotierung der entwickelten Methoden.

Das Projekt wird im Rahmen der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gefördert. Es wird gemeinsam von Wetlands International (Niederlande),vor Ort vertreten durch Wetlands International Russland, der Michael Succow Stiftung und der Universität Greifswald (beide Partner im Greifswald Moor Centrum) und dem Forstinstitut der Russischen Akademie der Wissenschaften durchgeführt in Kooperation mit dem Ministerium für Naturressourcen und Ökologie der Region Kaliningrad, mit der Staatlichen Institution der Kaliningrader Region Naturpark "Vishtynetsky" und dem Russischen Ministerium für Naturresourcen und Umwelt.

Olga Denyshchuk
Ansprechpartnerin

Olga Denyshchyk
Expertise: Moore und Paludikultur

olga.denyshchyk[at]succow-stiftung.de


Tel +49 3834 83542 10