Enjahreschaos und Neujahrsruhe

Ein frohes neues Jahr an alle unsere Blogleser*innen!

Wenn ihr besonders aufmerksam seid, ist euch vielleicht aufgefallen, dass es hier in den letzten Wochen etwas ruhiger war. Deshalb gibt es heute einen kleinen Rückblick auf die vergangenen zwei Monate – und natürlich unseren guten Vorsatz, im neuen Jahr wieder regelmäßiger zu schreiben.

Verschwunden waren wir allerdings nicht. Ganz im Gegenteil: Wir waren sehr beschäftigt, manchmal sogar so sehr, dass fürs Schreiben schlicht keine Zeit blieb. Aber jetzt!

Herausforderungen durch die Vogelgrippe

Ende Oktober stellte uns der Ausbruch der Vogelgrippe vor unerwartete Herausforderungen. Da das Veterinäramt personell stark ausgelastet war, erhielten wir Schutzausrüstung und unterstützten gemeinsam mit Helfer*innen bei der Bergung verendeter Kraniche.

Dabei legten wir viele Kilometer in den weitläufigen Flächen des Naturschutzgebietes zurück und entdeckten Ecken, in denen wir zuvor noch nie gewesen waren. Inzwischen kennen wir die Karrendorfer Wiesen fast auswendig.

Gelegentlich begegneten wir noch lebenden Kranichen mit auffälligem Verhalten – sie wirkten geschwächt oder reagierten kaum auf unsere Nähe. Häufiger stießen wir jedoch auf Überreste, was auch mit der hohen Aktivität der Seeadler in diesem Gebiet zusammenhängt. Trotz dieser belastenden Eindrücke blieb die Zahl der betroffenen Kraniche bei uns glücklicherweise vergleichsweise gering, da der Kranichzug zum Zeitpunkt des Ausbruchs bereits nahezu abgeschlossen war.

Im Dezember waren keine Kraniche mehr vor Ort, dennoch kontrollierten wir die Flächen weiterhin regelmäßig.

Monitoring, Probenahmen und Alltag

Bei unseren Rundgängen behielten wir auch andere Vogelarten im Blick, insbesondere die zahlreichen Gänse. Zusätzlich entnahmen wir regelmäßig Wasserproben für das Friedrich-Löffler-Institut. Dieses Monitoring-Projekt wird aktuell neu aufgesetzt und in den kommenden Monaten fortgeführt.

Parallel dazu liefen wie gewohnt Monitorings und Führungen, dazu kamen BFD-Seminare – und nicht zu vergessen: Es war Jamiljas erster Monat bei uns. Umso dankbarer waren wir für die Unterstützung von Timon, unserem Bufdi-Kollegen aus der Stiftung.

Bauarbeiten auf der Insel Koos

Ende November wurde es ruhiger beim Kranichzug, dafür umso lauter auf der Insel. Im Auftrag des STALU begann ein Recyclingunternehmen mit dem Rückbau eines alten Gebäudes. Zwei Wochen lang waren täglich Bagger und LKWs im Einsatz.

Das Gebäude wurde behutsam in seine Einzelteile zerlegt, wobei insbesondere auf die fachgerechte Entsorgung von Asbestbeton und quecksilberhaltigen Leuchtstoffröhren geachtet wurde.

Ein besonderes Highlight: der Kuhabtrieb

Für ein besonderes Ereignis wurde die Baustelle kurzzeitig stillgelegt: den diesjährigen Kuhabtrieb von der Insel. Die Kühe machten sich eigenständig auf den Weg von der Weide auf dem Koos über den Fahrdamm nach Groß Karrendorf in ihren Stall.

Dieses Ereignis war nicht nur für uns ein echtes Highlight, sondern auch für die Bauarbeiter, die den ungewöhnlichen Umzug aufmerksam verfolgten.

Wasserausfall und Rätsel um den Brunnen

Nach diesem Höhepunkt folgte leider ein kleiner Tiefpunkt: Unsere Trinkwasseranlage meldete plötzlich Störung – es wurde kein Wasser mehr gepumpt. Eine neue Pumpe wurde per Express bestellt, Handwerker kamen innerhalb einer Woche, doch schnell stellte sich heraus: Die Pumpe war nicht das eigentliche Problem.

Nach längerem Suchen fanden wir ein beschädigtes Rohr, das aus dem Boden ragte und Luft in das System zog. Vermutlich war es bei den Bauarbeiten in Mitleidenschaft gezogen worden. Nach einer Woche ohne Wasser konnte das Rohr zunächst provisorisch verschlossen werden – endlich lief wieder Wasser!

Kurz vor Weihnachten wurde das ins Leere führende Rohr dann fachgerecht stillgelegt. Wo sich unser eigentlicher Brunnen befindet, bleibt allerdings weiterhin ein Rätsel. Vielleicht lösen wir dieses irgendwann noch.

Jahresabschluss und Ausblick

Nach einigen weiteren Aufgaben im Jahresendspurt konnten wir schließlich in den wohlverdienten Weihnachtsurlaub starten. Jetzt beginnen wir das neue Jahr mit frischer Energie.

Wir freuen uns darauf, euch in den kommenden Wochen wieder mitzunehmen – denn wir haben viele Pläne. Bis dahin genießen wir die winterliche Ruhe und die verschneite Stille auf dem Koos und in den Karrendorfer Wiesen.

Führungen in den Karrendorfer Wiesen

Wenn ihr die besondere Natur und Ruhe der Karrendorfer Wiesen selbst erleben möchtet, meldet euch gern zu einer unserer Führungen an.

Nächste Termine:

24.01.2026

21.02.2026

Anmeldung unter: inselkoos[at]succow-stiftung.de

Treffpunkt: 10 Uhr, Parkplatz Karrendorfer Wiesen

Wir freuen uns auf euch!

Liebe Grüße
Euer Inselteam Lara Fabienne und Jamilja