Schilfmahd mit angepasster Technik in den Karrendorfer Wiesen

In der vergangenen Woche war in den Karrendorfer Wiesen ein merkwürdiges Gefährt unterwegs: Mit einem sogenannten Brielmeier wurde in einigen Bereichen eine Schilfmahd durchgeführt. Der Brielmeier ist in der Lage sehr nasse Standorte zu mähen, da er mit sogenannten Stachelwalzen aus Aluminium praktisch über das Wasser fahren kann.

Doch warum überhaupt Schilfmahd? Die Michael Succow Stiftung hat für das Naturschutzgebiet Karrendorfer Wiesen das Ziel der großflächigen Etablierung von artenreichen Salzwiesen. Diese waren historisch an allen Küstenbereichen im Bereich der vorpommerischen Boddenlandschaft zu finden, sind aber in den letzten 50 Jahren durch Entwässerung und Intensivierung der Landwirtschaft großflächig verloren gegangen.

Auf den Karrendorfer Wiesen haben sich infolge der hydrologischen Restauration mittlerweile wieder großflächig solche Salzgrasländer ausgebildet. Sie bestehen aus einer speziell an salzige Standorte angepasste Vegetation aus unter anderem Bodden-Binse (Juncus gerardii), Salzwiesen-Rotschwingel (Festuca rubra ssp. littoralis), Strand-Dreizack (Triglochin maritimum), Salz-Aster (Tripolium pannonicum), Erdbeer-Klee (Trifolium fragiferum) aber auch Queller (Salicornia europaea) und Salzschwaden (Puccinella maritima).

Salzwiesen sind durch die hohen Wasserstände torfbildend und werden als sogenannte Küstenüberflutungsmoore klassifiziert. Zahlreichen Brut- und Rastvögel bieten diese niedrigwüchsigen Salzwiesen Lebensraum. In Teilbereichen der Karrendorfer Wiesen herrschen allerdings noch artenarme, dichte Schilfbestände vor.

Durch die mehrmalige Schilfmahd erfolgt eine Auflichtung. Arten der Salzwiesen wandern ein und eine artenreichere, niedrigwüchsigere Vegetation entsteht.