Wildes Ostern: Wald und Wiese für Schreiadler

Seit über 10 Jahren lebt das Schreiadler-Paar Gerda und Gerd im Wasdower Wald im Trebeltal. Ihre Art ist vom Aussterben bedroht. Gefährdet sind Schreiadler vor allem durch starke Veränderung der Bewirtschaftungsform von Grünland, wie z.B. intensive Wiesenwirtschaft oder Entwässerung: Schreiadler brüten gut versteckt in Baumkronen, jagen jedoch auf angrenzenden Wiesen Mäuse und Amphibien teils „zu Fuß“ oder vom Waldrand aus. Sie sind sowohl auf den Wald als auch angrenzende Wiesen angewiesen.

Das Nationale-Naturerbe-Gebiet Wasdow bietet den Vögeln gute Voraussetzungen. Borkenkäfer haben jedoch die von anhaltender Trockenheit gestressten Fichtenbestände befallen. Insgesamt setzt die Succow Stiftung hier auf naturnahe Laubbaumarten und möchte den Waldbestand behutsam umwandeln. Eine zu rasche Strukturveränderung könnte Gerda und Gerd jedoch davon abhalten, ihr angestammtes Horstrevier erneut zur Brut zu nutzen. Daher werden befallene Fichten schrittweise und schonend mit Hilfe von Rückepferden entfernt.

Das birgt viele Vorteile: Die Verkleinerung des ehemals künstlich eingebrachten Fichtenforstes bringt den Wald seinem Urzustand aus hauptsächlich Buchen, Eichen und Hainbuchen wieder näher. Dies wiederum schafft gute Bedingungen für ungestörte Wildnisentwicklung – und viele weitere Generationen von Schreiadlern.

Helfen Sie bei der Realisierung des „Wilden Wasdow“ mit einer Osterspende. Schon 15 €35 € und 55 € tragen effektiv dazu bei, die Stiftungsfläche in Mecklenburg-Vorpommern weiter hin zu einem naturnahen Zustand zu entwickeln.

Das Mannhagener Moor und seine Schmetterlinge retten!

Das Mannhagener Moor ist eines der ältesten Naturschutzgebiete in Mecklenburg-Vorpommern, das aufgrund des Vorkommens sehr seltener und spezialisierter Tag- und Nachtfalterarten vor rund 100 Jahren unter Schutz gestellt wurde. Dennoch konnte dieser Status nicht verhindern, dass auch dieses Moor der großflächigen Moor-Entwässerung in den 1970er und 80er Jahren zum Opfer fiel. Ein tiefer Ringgraben umschließt seither das Gebiet und schneidet das Moor von seinem Einzugsgebiet ab. So kommt der Großteil des (lebensnotwendigen) Wassers gar nicht erst in die Fläche. Viele der hochangepassten Hochmoor-Falterarten können seither nicht mehr oder nur ganz vereinzelt aufgefunden werden. Ihre Futterpflanzen, wie die Gemeine Moosbeere, brauchen nasse und nährstoffarme Bedingungen. Diese möchte die Succow Stiftung durch den Verschluss des Grabensystems wiederherstellen. Jede Spende hält die weitere Austrocknung des Moores und damit die Gefährdung der Flora und Fauna schneller auf! Doch nicht nur Pflanzen und Tiere, sondern auch das Klima profitieren, denn Moore sind Kohlenstoffsenken. Werden sie entwässert, zersetzt sich der Torf – und der Kohlenstoff geht als klimaschädliches CO2 in die Luft. Die Wiederherstellung dauerhaft nasser Bedingungen dämmt dies ein und reduziert die Treibhausgasemissionen des Gebietes dauerhaft.

Das Mannhagener Moor ist einer der letzten Lebensräume des Hochmoor-Perlmutterfalters (Boloria aquilonaris) in Mecklenburg-Vorpommern. Mit der Wiedervernässung des Moores kann diese hochangepasste Schmetterlingspopulation, aber auch Pflanzenarten wie die auf saure, nährstoffarme Moorböden angewiesenen Blumenbinse (Scheuchzeria palustris) in der Region erhalten werden – Moorschutz ist Arten- und Klimaschutz zugleich!

Moorentwässerung im Baltikum stoppen und das Klima schützen!

In Estland, Lettland und Litauen gibt es riesige Moorflächen, von denen jeder trockengelegte Hektar jährlich circa dreißig Tonnen Kohlenstoff-Emissionen verursacht. Das entspricht in etwa dem jährlichen CO2-Ausstoß von zwölf Mittelklassewagen in Deutschland. Durch Wiedervernässung lässt sich gut ein Drittel der Emissionen einsparen!

Wie?

  • Das Moor wird wiedervernässt: Durch bspw. die Verfüllung von Entwässerungsgräben wird der Wasserstand des Gebietes bis knapp an die Geländeoberfläche angehoben.
  • Durch die erneute dauerhafte Wassersättigung der Torfe werden an der Luft stattfindende Zersetzungsprozesse und die Freisetzung von gespeichertem Kohlenstoff in Form von CO2 aufgehalten
  • Von der Klimagefahr zum Klimaschutz: Das Moor erhält so seine Funktion als flächeneffektivster Kohlenstoffspeicher zu Lande zurück. Bei weiterer erfolgreicher Restauration mit torfbildenden Pflanzenarten kann auf lange Sicht wieder eine aktive Kohlenstoffsenke entstehen!

Insbesondere im Baltikum ist rasches Handeln gefragt, denn hier gibt es im Gegensatz zu Deutschland (1-2%) noch knapp 30% unberührte naturnahe Moore, die es zu schützen gilt. Unternehmen aus Deutschland und den anderen westeuropäischen "abgetorften" Ländern verlagern ihre Suche nach neuen abbauwürdigen Torflagerstätten zunehmend in die baltische Region und bedrohen den Erhalt der Moore als Kohlenstoffspeicher und Orte der Artenvielfalt.

Die rund 70% entwässerten Moorflächen werden land- oder forstwirtschaftlich genutzt, liegen brach oder auf ihnen findet bereits industrieller Torfabbau statt – mit dramatischen Folgen für die Klimabilanz sowie Flora und Fauna der Gebiete. Es besteht akuter Handlungsbedarf, um ein Umdenken und die Umsetzung alternativer nachhaltiger nasser Landnutzungsmöglichkeiten im Moor (Paludikultur) zu bewirken. Niedrigemissions-Nutzungsmöglichkeiten wären bspw. der Anbau von Torfmoosen als Ersatz für Torfsubstrate im Erwerbsgartenbau oder der nasse Anbau von Moorpflanzen wie Rohrkolben, Schilf, Seggen oder Schwarzerle für Materialien, Futter oder Energiebiomasse zur Umstellung von entwässerungsbasierter Land- und Forstwirtschaft auf Moor.

"Die jungen Leute von Fridays for Future zeigen klar: Handeln wir jetzt! Entwässerte Moore sind wenig beachtet – mit ihren hohen CO2-Ausstößen tragen sie jedoch dramatisch zur Klimaerwärmung bei!"

Prof. em. Dr. Michael Succow
Träger des Alternativen Nobelpreises, Moorökologe & Stifter