Succow & Knapp Seminar 2026: Eine Woche voller Naturerlebnisse, Begegnungen und Perspektiven

Das Succow & Knapp Seminar 2026 ist zu Ende, doch für rund 65 Succownautinnen und Succownauten geht die gemeinsame Reise weiter. Eine Woche lang waren Studierende und Berufseinsteiger*innen aus Naturschutz, Ökologie, Landwirtschaft, Umweltpolitik, Wissenschaft und Nachhaltigkeit in Thüringen unterwegs. Verbunden durch eine gemeinsame Frage: Wie können wir eine partnerschaftliche Koexistenz von Mensch und Natur gestalten und gemeinsam wirksam werden?

Nach jeweils zwei Tagen im Nationalpark Hainich und im UNESCO-Biosphärenreservat Thüringer Wald bildete das Alumni-Wochenende den Abschluss des diesjährigen Seminars. Ein Höhepunkt war der Besuch der „Thüringeti“ rund um Crawinkel und Oberweißbach und die Begegnung mit dem Wilde-Weiden-Projekt der Familie Bley.

Auf den weitläufigen Flächen konnten die Teilnehmer*innen erleben, wie Pferde, Rinder, Damwild und Bisons in extensiver Haltung Landschaften prägen. Dabei wurde unmittelbar sichtbar, wie Landwirtschaft, Landschaftspflege, Biodiversität sowie Natur- und Klimaschutz zusammengedacht werden können.

Natur erleben und neue Perspektiven gewinnen

Auch die Begegnungen mit den zahlreichen Gästen machten das Seminar zu einer besonderen Woche. Dr. Markus Rösler, langjähriger Landtagsabgeordneter in Baden-Württemberg, teilte seine Erfahrungen aus Naturschutz und Umweltpolitik.

Die Drehbuchautorin Silke Zertz, die derzeit an einem Spielfilm über Michael Succow und Hannes Knapp arbeitet, gab Einblicke in die Bedeutung von Film und Geschichten für gesellschaftliche Veränderung.

Gemeinsam mit dem Naturfotografen und YouTuber Jan Leßmann sowie dem Autor und Medienmacher Börries Hornemann diskutierten die Succownautinnen und Succownauten über die Macht medialer Narrative und darüber, wie Kunst, Film und Medien gesellschaftliche Transformation unterstützen können.

Ein weiterer besonderer Moment war die Vorführung des Films „Wie geht Natur?“, bei der auch Kathrin Succow zu Gast war. Der Film wurde mit viel Applaus und großer Begeisterung aufgenommen.

Wie Kommunikation zwischen Mensch und Tier funktionieren kann, konnten die Teilnehmerinnen bei einer Präsentation und Trainingseinheit mit der Pferdetrainerin Lucia Ebert aus Marburg erfahren. In der Thüringeti gewöhnt sie Wildpferde an den Menschen und bereitet sie unter anderem auf Auktionen vor. Bei einer praktischen Übung durften die Succownautinnen und Succownauten selbst einmal „Pferd spielen“. Die war eine ungewöhnliche Erfahrung, die neue Perspektiven auf gewaltfreie und zugleich wirkungsvolle Kommunikation eröffnete.

Das Wichtigste passiert zwischen den Programmpunkten

Doch so vielfältig das Programm war: Die besondere Stärke des Succow & Knapp Seminars liegt in dem, was zwischen den Programmpunkten entsteht.

Die Stimmung im Netzwerk ist offen, kraftgebend und hoffnungsvoll. Menschen mit unterschiedlichen fachlichen Hintergründen kommen zusammen, teilen Wissen und Erfahrungen und unterstützen sich gegenseitig.

Und dieses Netzwerk wirkt längst über die gemeinsame Seminarwoche hinaus: Alumni helfen sich auf ihren eigenen Betrieben, vermitteln sich Jobs, beraten sich fachlich, tauschen Texte aus, besuchen gemeinsam Seminare und bilden sich miteinander fort. Über eine Forumsgruppe bleiben sie fachlich, praktisch und persönlich im regelmäßigen Austausch.

Was vor zehn Jahren als Sommerakademie begann, ist heute ein wachsendes Netzwerk junger Menschen, die Verantwortung für Natur und Gesellschaft übernehmen.

Vielleicht werden einige von ihnen in zehn Jahren in verantwortlichen Positionen im Naturschutz, in Wissenschaft und Umweltpolitik arbeiten, in der Landwirtschaft, in Unternehmen, Stiftungen oder zivilgesellschaftlichen Organisationen. Was sie verbindet, wird dann mehr sein als eine gemeinsame Woche: Erfahrungen, Wissen, gegenseitige Unterstützung und nicht selten Freundschaften.

Ein Netzwerk mit Zukunft

Unser Eindruck nach dieser Woche ist deshalb vor allem einer: Das Netzwerk der Succownautinnen und Succownauten beginnt gerade erst, seine eigentliche Wirkung zu entfalten.

Unser herzlicher Dank gilt allen Menschen, die das Succow & Knapp Seminar 2026 möglich gemacht und mit ihrem Wissen, ihrer Zeit und ihrem Engagement bereichert haben, insbesondere auch Hannes Knapp und Heinz Bley sowie Meike Joost Meyer zu Bakum, die die große Gruppe eine Woche lang mit viel Engagement bekocht und versorgt hat.

Und natürlich gilt: Nach dem Seminar ist vor dem Seminar. Erste Ideen für die nächsten Succow & Knapp Seminare gibt es bereits. Mit der Ausschreibung für 2027 ist voraussichtlich nach Ostern zu rechnen.

Denn eines ist sicher: Die Succownauten bleiben unterwegs. 

Fotos: Benjamin Brockhaus