Armenien

Auf dem Weg zur Einrichtung des Biosphärenreservats Dilidschan – Nominierung und Rahmenbedingungen

Armenien liegt im Kaukasus, der gemäß den Kriterien von Conservation International zu den 36 „Global Biodiversity Hotspots" zählt. Die Biodiversität dieser Region zeichnet sich durch einen hohen Grad an Endemismus aus und das Gebiet umfasst repräsentative Ökosysteme des Kaukasus-Hotspots. Der Dilijan-Nationalpark ist bekannt für seine Waldlandschaften, Mineralquellen sowie Natur- und Kulturdenkmäler. Obwohl die Region einen außergewöhnlichen Artenreichtum aufweist, ist sie stark gefährdet – insbesondere durch die Risiken des Klimawandels und anthropogene Bedrohungen wie die intensive Ausbeutung natürlicher Ressourcen oder Umweltverschmutzung.

Hintergrund: Von der Potenzialanalyse zur Nominierungsreife

Die Zusammenarbeit der Michael Succow Stiftung mit Armenien begann 2019 mit einer landesweiten Potenzialanalyse: In acht Regionen Armeniens wurden Möglichkeiten für die Einrichtung eines UNESCO-Biosphärenreservats untersucht und bewertet. Als Ergebnis wurde die Region Dilijan als prioritärer Standort identifiziert – aufgrund ihrer außergewöhnlichen ökologischen Vielfalt, der aktiven Zivilgesellschaft sowie günstiger Voraussetzungen für eine nachhaltige Regionalentwicklung.

Aufbauend darauf wurde Ende 2023 gemeinsam mit dem armenischen Umweltministerium und dem lokalen Partner Soluton LLC ein erstes Projekt zur Kapazitätsentwicklung gestartet. Im Rahmen dieses Projekts wurden umfassende ökologische, sozioökonomische und rechtliche Studien durchgeführt sowie Grenzen, Zonen und Schlüsselfunktionen des geplanten Biosphärenreservats in einem breiten partizipativen Prozess erarbeitet. Eine lokale Arbeitsgruppe mit mehr als 30 Mitgliedern wurde gegründet, ein intersektoraler Steuerungsausschuss eingerichtet und ein umfassender Umsetzungsplan entwickelt. Workshops, Trainings und eine Studienreise zu deutschen Biosphärenreservaten stärkten die fachlichen und institutionellen Kapazitäten lokaler und nationaler Akteure. Damit wurde eine solide Grundlage für Armeniens erstes Biosphärenreservat geschaffen.

Das neue Projekt: Nominierung und institutioneller Rahmen (2026–2028)

Das neue Projekt unterstützt nun die nächste entscheidende Phase: die formelle Nominierung des Dilijan-Biosphärenreservats für das UNESCO-MAB-Programm. Zu diesem Zweck wird das Projekt die Erarbeitung des Nominierungsdokuments in enger Zusammenarbeit mit dem Umweltministerium und lokalen Akteuren begleiten, einen Managementplan entwickeln sowie partizipative Planungsprozesse vorantreiben – um sicherzustellen, dass das Biosphärenreservat nicht nur erfolgreich nominiert, sondern auch auf seine Funktion nach der Anerkennung vorbereitet wird. Dies umfasst die Stärkung von Governance-Strukturen, die Identifizierung von Finanzierungsmechanismen sowie die Konsolidierung des breiten Stakeholder-Engagements, das für die langfristige Tragfähigkeit des Biosphärenreservats unerlässlich sein wird.

Dilijan Nationalpark © Dlijan Nationalpark

Auf dem Weg zur Einrichtung des Biosphärenreservats Dilijan in Armenien – Nominierung und Rahmenbedingungen 

Ort: Armenien

Laufzeit: 01.05.2025–30.04.2028

Nika Malazonia (Foto: Ph. Schroeder)
Projektkoordination

Nika Malazonia
Expertise: Schutzgebietsmanagement, Biosphärenreservate, Welterbe

nika.malazonia[at]succow-stiftung.de


Tel +49 3834 8354 235

Dieses Projekt wird vom Bundesumweltministerium mit Mitteln des Beratungshilfeprogramms (BHP) für den Umweltschutz in den Staaten Mittel- und Osteuropas, des Kaukasus und Zentralasiens sowie weiteren an die Europäische Union angrenzenden Staaten gefördert und vom Bundesamt für Naturschutz und dem Umweltbundesamt begleitet. 

Die Stiftung Überlebensrecht unterstützt das Projekt durch einen Kofinanzierungsanteil. SOLUTON ist lokaler Projektpartner vor Ort.