Restaurierung von Feuchtgebieten vorantreiben

Die großflächige Wiederherstellung von Mooren und Feuchtgebieten erfordert mehr als nur ökologisches Fachwissen. Sie hängt von kohärenter Politik, nachhaltiger Finanzierung, koordinierten Maßnahmen und wirksamen Monitoring ab. In einem neuen, von mehreren europäischen Projekten erarbeiteten White Paper werden diese vier politischen Handlungsfelder als zu überwindende Hindernisse für eine großflächige Wiederherstellung von Feuchtgebieten dargelegt.

Feuchtgebiete bieten sowohl der Europäischen Union als auch ihren Mitgliedstaaten die Möglichkeit, die großflächige Wiederherstellung der Natur voranzutreiben und damit Ziele zum Schutz von Klima, Wasser und Biodiversität zu unterstützen. In der EU-Politik liegt derzeit ein Schwerpunkt auf der Wiederherstellung von Ökosystemen. 

Dieses White Paper basiert auf Ergebnissen und Erfahrungen mehrerer EU-finanzierter Projekte und verschiedener Feuchtgebietstypen in ganz Europa, dazu gehören die Projekte REWET, WET HORIZONS, ALFAwetlands, Restore4Cs, ForPeat, Interreg Wetland4Change, und Palus Demos. Das Papier zeigt auf, wie unter den gegebenen politischen Rahmenbedingungen die bestehenden Herausforderungen bei der Umsetzung durch eine Priorisierung von vier Politikbereichen überwunden werden können. 

Die Michael Succow Stiftung, Partner im Greifswald Moor Centrum,  hat im Rahmen ihrer politik- und beteiligungsbezogenen Arbeit im EU-Projekt ALFAwetlands einen wichtigen Beitrag zu dem White Paper geleistet. Das Obere Peenetal (Mecklenburg-Vorpommern) – ein „ALFAwetlands Living Lab“ – wird als Fallstudie vorgestellt, um zu veranschaulichen, wie entscheidend eine langfristige Beteiligung für die Umsetzung wirksamer Wiederherstellungmaßnahmen ist. 

Erfahren Sie hier, wie bessere politische Maßnahmen Europas Feuchtgebiete wiederherstellen können 

Empfehlungen für politische Maßnahmen 

Trotz politischer Ambitionen und der Dringlichkeit des Schutzes und der Wiederherstellung von Feuchtgebieten ist die wirksame und großflächige Umsetzung in ganz Europa weiterhin begrenzt. Dies ist in erster Linie auf strukturelle Hindernisse zurückzuführen: fragmentierte Verwaltungsstrukturen, falsch ausgerichtete Anreize, unzureichende Finanzierung, uneinheitliche Durchführungskapazitäten, lückenhaftes Monitoring sowie mangelnde Beteiligung und gesellschaftliche Legitimität. 

Folgende vier vorrangige politische Handlungsfelder wurden im White Paper identifiziert: 

  1. Verbesserung der sektorübergreifenden politischen Kohärenz 
  2. Mobilisierung öffentlicher und privater Finanzmittel 
  3. Umsetzung auf Landschaftsebene ermöglichen 
  4. Verbesserung von Monitoring-Systemen und Stärkung der Beteiligung der Interessengruppen