An vier Tagen im Gelände (28. bis 31. Juli) erkundete das Team die halbtrockenen Erosionslandschaften und die seltenen offenen Wildpistazienwälder (Pistacia mutica) von Vashlovani und beurteilte sowohl deren ökologischen Wert – Lebensraum von Leitarten wie der Kropfgazelle (Gazella subgutturosa), dem Gänsegeier (Gyps fulvus) und dem Mönchsgeier (Aegypius monachus) – als auch ihr Potenzial als Kulturlandschaft.
Die Feldmission knüpfte an ein erstes Stakeholder-Treffen am 23. Juli 2026 an, bei dem nationale Experten ein breites Spektrum georgischer Schutzgebiete sowie die Kriterien zur Auswahl der aussichtsreichsten Welterbe-Kandidaten erörterten.
Im Rahmen der Mission wurde zudem das Batsara-Naturreservat begutachtet, das einen der weltweit größten und am besten erhaltenen alten Eibenwälder (Taxus baccata) beherbergt – mit einzelnen Bäumen, deren Alter auf rund 2.000 Jahre geschätzt wird.
Nach Abschlussgesprächen in Tiflis mit nationalen Umweltbehörden, darunter die stellvertretende Ministerin für Umweltschutz und Landwirtschaft, Frau Nino Tandilashvili, empfiehlt die Michael Succow Stiftung Batsara als vorrangiges Gebiet für eine Welterbe-Nominierung, während weitere Machbarkeitsstudien die Nominierungsstrategie für Vashlovani schärfen werden.
Die Ergebnisse der Reise werden beim zweiten Stakeholder-Treffen im September 2026 vorgestellt und mit einem breiten Kreis von Experten und Interessengruppen erörtert.
Die Initiative wird im Rahmen des Projekts „Aktualisierung der georgischen UNESCO-Welterbe-Tentative List" umgesetzt, das den georgischen Vertragsstaat dabei unterstützt, Schutzgebiete mit potenziellem außergewöhnlichem universellem Wert zu identifizieren und die entsprechenden Einträge für die Tentative List vorzubereiten.
Das Projekt wird vom Caucasus Nature Fund (CNF) finanziert und von der Michael Succow Stiftung in Partnerschaft mit dem CNF und dem georgischen Ministerium für Umweltschutz und Landwirtschaft durchgeführt.
