Die Expedition fand im Rahmen des IKI-Projekts „One Health für den Naturschutz in Zentralasien“ statt. Ziel der Reise war es, beide Vertragsstaaten bei der Vorbereitung des Request for a Preliminary Assessment zu unterstützen, der im September 2026 beim UNESCO-Welterbezentrum eingereicht werden soll. Die Preliminary Assessment stellt einen wichtigen ersten Schritt im zweistufigen Nominierungsverfahren für eine mögliche Aufnahme in die Welterbeliste dar.
Während der Mission besuchte das Stiftungsteam zentrale Bereiche des Koytendag State Nature Reserve (Turkmenistan) und des Surkhan State Nature Reserve (Usbekistan), darunter abgelegene Canyons, Karstlandschaften, Höhlen und Gebirgsökosysteme auf beiden Seiten der Grenze. Darüber hinaus fanden Gespräche mit den Schutzgebietsverwaltungen, nationalen Fachleuten sowie Vertreterinnen und Vertretern der Umweltministerien statt, um Naturschutzprioritäten, Managementansätze und die nächsten Schritte im gemeinsamen Nominierungsprozess zu diskutieren.
Ein Schwerpunkt der Feldarbeit lag auf der Erhebung von Basisdaten, um den Außergewöhnlichen Universellen Wert (OUV) des Gebietes – das Management, die Integrität sowie seine herausragenden ökologischen Werte – besser zu erfassen. Besonderes Augenmerk galt der grenzüberschreitenden Population der gefährdeten Schraubenziege (Capra falconeri), deren westlichstes und isoliertestes Vorkommen im Kugitang-Gebirge liegt. Der Schutz dieser einzigartigen Population ist von hoher globaler Bedeutung für den Erhalt der Art.
Die Expedition unterstrich die Bedeutung einer verstärkten grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zwischen Turkmenistan und Usbekistan. Langfristig könnte eine erfolgreiche Welterbeinschreibung zur Entwicklung eines vernetzten Schutzgebietsverbundes beitragen und das gemeinsame Biodiversitätsmonitoring sowie Management über Ländergrenzen hinweg stärken.
Die grenzüberschreitende Stätte „Karst, Canyons, and Caves of Kugitang“ wurde 2025 in die Vorschlaglisten beider Vertragsstaaten aufgenommen. Die Succow Stiftung koordiniert und unterstützt den gemeinsamen Nominierungsprozess fachlich in enger Zusammenarbeit mit staatlichen und wissenschaftlichen Partnerinstitutionen beider Länder.
