Ein Gedenkstein für Dr. Lebrecht Jeschke

Am 29. September 2026 wurde bei schönstem Spätsommerwetter auf dem Hauptmannsberg im Naturpark Feldberger Seenlandschaft ein Gedenkstein für Dr. Lebrecht Jeschke (1933–2025) enthüllt. Der Findling trägt die Inschrift „Zum Gedenken an Dr. Lebrecht Jeschke (1933–2025), Forscher und Hüter von Natur und Landschaft“.

Der Hauptmannsberg war einer von Lebrecht Jeschkes Lieblingsorten. Hier, inmitten der Landschaft, der sein lebenslanges Engagement galt, erinnert der Stein nun an einen außergewöhnlichen Menschen und sein Wirken für Natur und Naturschutz.

Im Kreis von Familie, Freunden und langjährigen Weggefährten würdigten Hans Dieter Knapp und Michael Succow das Lebenswerk ihres Freundes und Kollegen.

Möglich wurde die Aufstellung des Gedenksteins durch das große persönliche Engagement von Anne Petzold, Leiterin des Naturparks Feldberger Seenlandschaft, die Stiftung Umwelt und Naturschutz Mecklenburg-Vorpommern sowie zahlreiche private Spenderinnen und Spender aus dem Familien- und Freundeskreis von Lebrecht Jeschke. Ihnen allen gilt unser herzlicher Dank.

Mit dem Gedenkstein auf dem Hauptmannsberg bleibt die Erinnerung an Lebrecht Jeschke und sein Wirken für Natur und Landschaft an einem Ort lebendig, der ihm besonders am Herzen lag.

Ein Leben für Natur und Landschaft

Lebrecht Jeschke hat den Naturschutz in Mecklenburg-Vorpommern über Jahrzehnte geprägt. Nach seinem Biologiestudium arbeitete er als Geobotaniker am Institut für Landschaftsforschung und Naturschutz (ILN) und war dort für die drei Nordbezirke der DDR tätig. Seine Promotionsarbeit widmete er der Vegetation der Stubnitz auf Rügen, dem heutigen Nationalpark Jasmund.

Da ihm eine wissenschaftliche Laufbahn an der Universität verwehrt blieb, widmete er sich mit großer Kraft dem Naturschutz. Zahlreiche Naturschutzgebiete wurden durch sein Wirken geschaffen, darunter auch die heutige Stiftungsfläche Lanken bei Greifswald.

Auch ehrenamtlich engagierte sich Jeschke intensiv für den Naturschutz. Im Kulturbund der DDR leitete er viele Jahre den Zentralen Fachausschuss Botanik. Gemeinsam mit Hannes Knapp, Michael Succow und weiteren Weggefährten veröffentlichte er dort frühe Rote Listen der DDR sowie die Publikation „Die gefährdeten Pflanzengesellschaften auf dem Territorium der DDR“ (1985). Das gemeinsam mit Michael Succow verfasste Buch „Moore in der Landschaft“ erschien 1986 und wurde in Ost- und Westdeutschland mehrfach aufgelegt.

Wegbereiter des Nationalparkprogramms

Im Januar 1990 folgte Lebrecht Jeschke Michael Succow nach Berlin in das neu gestaltete Ministerium für Naturschutz, Umweltschutz und Wasserwirtschaft der DDR. Dort war er maßgeblich an der Konzipierung und Durchsetzung des Nationalparkprogramms beteiligt. Gemeinsam mit Hannes Knapp engagierte er sich außerdem von Beginn an für die Entwicklung der Insel Vilm zur Internationalen Naturschutzakademie.

Von 1991 bis zu seiner Pensionierung 1998 war Jeschke Direktor des Landesnationalparkamtes Mecklenburg-Vorpommern. In dieser Funktion war er für den Aufbau der Nationalparke, Biosphärenreservate und Naturparke des Landes verantwortlich.

Der Stiftung eng verbunden

Seit der Gründung der Michael Succow Stiftung im Jahr 1999 war Lebrecht Jeschke Mitglied des Stiftungsrates. Nach seinem Ausscheiden aus dem aktiven Amt blieb er der Stiftung als Ehrenmitglied des Stiftungsrates eng verbunden und war ein wichtiger Berater, insbesondere zu den Mooren und Naturschutzgebieten Mecklenburg-Vorpommerns.

Auch nach seiner Pensionierung blieb er wissenschaftlich und publizistisch aktiv. Gemeinsam mit Michael Succow und Hans Dieter Knapp veröffentlichte er unter anderem „Die Krise als Chance – Naturschutz in neuer Dimension“ (2001) und „Naturschutz in Deutschland“ (2012). Mit Uwe Lenschow und Horst Zimmermann entstand 2003 das umfassende Werk über die Naturschutzgebiete Mecklenburg-Vorpommerns. 2019 folgte gemeinsam mit Hans Dieter Knapp „Nationalpark Jasmund – Weltnaturerbe auf Rügen“.

Noch 2023, in seinem 90. Lebensjahr, erschien gemeinsam mit Michael Succow „Deutschlands Moore. Ihr Schicksal in unserer Kulturlandschaft“. Das Buch dokumentiert eindrucksvoll die lebenslange Verbundenheit der beiden Autoren mit den Mooren.