Grenzüberschreitendes Naturschutzprojekt in Zentralasien erfolgreich abgeschlossen

Eine 2,5-jährige Initiative stärkte den gemeinsamen Naturschutz und die grenzüberschreitende Zusammenarbeit in Zentralasien – und hat damit neue Maßstäbe für die künftige Zusammenarbeit gesetzt.

Die Michael Succow Stiftung hat ihr Teilprojekt im Rahmen des GIZ Regionalprogrammes „Integrative and Climate-sensitive Land Use in Central Asia“ (ILUCA) erfolgreich abgeschlossen. Das Projekt widmete sich der Herausforderung, dass ökologische Prozesse und Biodiversität in Zentralasien naturgemäß grenzüberschreitend verlaufen, während Naturschutz und Landnutzungsmanagement weiterhin überwiegend national organisiert sind. Vor dem Hintergrund der derzeit so intensiv wie nie zuvor ausgeprägten bilateralen Zusammenarbeit zwischen Usbekistan und Tadschikistan zielte das Vorhaben darauf ab, die Rahmenbedingungen für ein koordiniertes und kooperatives Management grenzüberschreitender Landschaften zu verbessern. Als Pilotregionen dienten das Zarafshan-Tal sowie das Hissar-Gebirge.

Im Zarafshan-Tal erhielten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Zarafshan Nationalparks (Usbekistan) sowie des Zarafshan Zakaznik (Tadschikistan) praxisorientierte Schulungen im Bereich Biodiversitätsmonitoring. Die Trainings umfassten unter anderem den Einsatz von Kamerafallen sowie die Anwendung neu entwickelter, standardisierter Leitlinien zum Biodiversitätsmonitoring. Bewertungen der Managementeffektivität mit dem METT-Tool halfen dabei, Bedrohungen, Managementlücken und prioritäre Handlungsfelder der Schutzgebiete zu identifizieren. Eine grenzüberschreitende Ökotourismus-Bewertung zeigte Möglichkeiten auf, den Naturschutz mit der lokalen Wirtschaftsentwicklung zu verknüpfen.

Ein wichtiger Meilenstein war die Vereinbarung eines gemeinsamen Aktionsplans für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Zarafshan-Tal – ein Rahmen, der die künftige Zusammenarbeit leitet und den Weg für ein geplantes bilaterales Memorandum of Understanding zwischen Tadschikistan und Usbekistan ebnet.

Im Hissar-Gebirge stärkte das Projekt die praktische Zusammenarbeit zwischen dem Shirkent-Nationalpark (Tadschikistan) und dem Yuqori-Tupalang-Nationalpark (Usbekistan). Durch gemeinsamen fachlichen Austausch und Schulungen zum Biodiversitätsmonitoring wurde das gegenseitige Verständnis für die ökologischen Zusammenhänge und Herausforderungen des grenzüberschreitenden Ökosystems verbessert. Damit wurde die Grundlage für weitere gemeinsame Aktivitäten im grenzüberschreitenden Naturschutz geschaffen.

Regionaler Dialog und Vertrauensbildung waren weitere Kernelemente des ILUCA Teilprojekts. Mit einer Regionalkonferenz zum Thema „Mensch-Wildtier Konflikte in Zentralasien“, zwei regionalen Sommerschulen in Samarkand zu GIS und Fernerkundung sowie einem Side-Event bei der CMS COP14 förderte das Projekt den Austausch zwischen Schutzgebietsverwaltungen, Regierungsbehörden, Wissenschaftlern und NGOs aus ganz Zentralasien.

Die durch das Projekt entstandenen Partnerschaften und Instrumente bilden nun eine solide Grundlage für weitere grenzüberschreitende Maßnahmen zum Schutz des gemeinsamen Naturerbes Zentralasiens.

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