Die Studie wurde unter Leitung des Durrell Institute of Conservation and Ecology an der Universität Kent in Großbritannien durchgeführt. An der Forschung waren zahlreiche internationale Forschungseinrichtungen beteiligt, darunter auch die Michael Succow Stiftung.
Mit dem 2022 auf der CBD COP15 beschlossenen Kunming Montreal Biodiversitätsrahmenabkommen (GBF) haben die 196 Vertragsstaaten auch das Ziel vereinbart, bis 2030 mindestens 30 Prozent der Land- und Meeresflächen unter eine Form von Schutz zu stellen. Dieses Ziel ist als „30 by 30“ (30x30) bekannt.
Das Ziel galt bereits zum Zeitpunkt seiner Vereinbarung als sehr ambitioniert. Dabei spielen neben klassischen Schutzgebieten auch sogenannte OECMs (Other Effective Area-based Conservation Measures) eine bedeutende Rolle. Diese Gebiete fallen nicht unter die klassischen Schutzgebietskategorien der IUCN, leisten aber dennoch einen Beitrag zum Wildnis-, Habitat- oder Biodiversitätsschutz. Dazu zählen bspw. von indigenen Gemeinschaften verwaltete Gebiete, heilige Orte, traditionelle Weidegebiete, Gemeinschaftswälder oder Streuobstwiesen. Entscheidend ist, dass die Flächen die fachlichen Kriterien für OECMs erfüllen und langfristig zur Erhaltung der biologischen Vielfalt beitragen.
Das Forschungsteam hat solche Gebiete nun in einer globalen Studie genauer untersucht. Durch die Zusammenführung internationaler und nationaler Datensätze kommt die Studie zu dem Ergebnis, dass bereits knapp 27 Prozent der weltweiten Landfläche eine Form von Schutz erfahren.
Diese grundsätzlich positive Nachricht, sollte jedoch nicht dazu verleiten, sich zurückzulehnen. Denn nicht die schiere Zahl unter Schutz stehender Gebiete entscheidet über den Fortbestand von Artenvielfalt und Habitaten, sondern auch deren Management und Qualität.
Die Herausforderung bleibt also bestehen. Sie spornt uns an, weiterhin in eine angemessene finanzielle und personelle Ausstattung, Qualifizierung und ein wirksames Management in den Wäldern, Mooren und Wüsten unserer Erde zu investieren.
