Willkommen

Naturschutztalk mit Gorbatschow

Michael S. Gorbatschow, letzter Präsident der Sowjetunion und Friedensnobelpreisträger, empfing am 26. September 2016 eine deutsche Naturschutz-Delegation aus Vertretern des Bundesamtes für Naturschutz (BfN), der Michael Succow Stiftung (MSS) und der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE) in Moskau zu einem einstündigen Gespräch über deutsch-russische Zusammenarbeit im Naturschutz, speziell über das Projekt "Entwicklung eines grenzüberschreitenden Biosphärenreservates im Großen Altai" zwischen Russland, China, Kasachstan und der Mongolei.
 

weiterlesen

Gorbatschow hat nicht nur eine herausragende Rolle bei der Wiedervereinigung Deutschlands und der Beendigung des Kalten Krieges gespielt, sondern widmet sich als Stifter und Präsident der Gorbatschow Fundation (1992) und der Stiftung Green Cross International (1993) brennenden Fragen globaler Entwicklung. In seinem 2015 erschienenen Buch „Posle Kremlja“ (Nach dem Kreml) setzt er sich im dritten Teil mit besorgniserregenden globalen Entwicklungen der Gegenwart auseinander.

Neben zahlreichen Auszeichnungen für seine Verdienste um Frieden und Menschenrechte hat er auch Ehrungen im Naturschutz erfahren. So empfing er 2003 auf der Insel Mainau den Euronatur-Umweltpreis für sein Engagement um das Grüne Band Europas, einer Perlenkette von Schutzgebieten entlang des vormaligen Eisernen Vorhangs, und 2010 wurde er mit dem Ehrenpreis der Deutschen Stiftung Umwelt (DBU) ausgezeichnet.

Gorbatschow bedankte sich ausdrücklich für die aktive Rolle Deutschlands in der internationalen Naturschutz-Zusammenarbeit, die er als einen Beitrag zur Völkerverständigung und Krisenprävention wertet und begrüßte insbesondere die deutsche Unterstützung bei Entwicklung eines grenzübergreifenden Biosphärenreservates im Altai. Er fügte hinzu „Ich habe viele Freunde in verschiedenen Ländern, doch die meisten in Deutschland. Neuerdings hört man in Deutschland Stimmen, die nicht mehr mit mir einverstanden sind. Als wir den Kalten Krieg beendet haben, konnte Deutschland wiedervereinigt werden. Ich habe mit Bush und Mitterand und Thatcher gesprochen und es ist gelungen. Russland und Deutschland sind historisch miteinander verbunden. Diese Beziehung ist auch für die Zukunft wichtig. Es gibt jedoch Kräfte die versuchen, uns auseinanderzubringen. Hören Sie nicht auf die. Wir müssen zusammenstehen. Sagen Sie das allen, dass Gorbatschow das gesagt hat.“

Hintergrund

Die Vision eines grenzüberschreitenden Biosphärenreservates zwischen Russland, Kasachstan, China und der Mongolei in der Altai-Region ist seit etwa zwanzig Jahren in der Diskussion. Auf einer internationalen Konferenz 1998 in Urumqi (China) wurden Chancen einer Altai-Konvention (ähnlich der Alpen-Konvention) erörtert und empfohlen, mit der Errichtung eines grenzüberschreitenden Biosphärenreservaten zu beginnen. Dieses Vorhaben wurde von deutscher Seite über viele Jahre begleitet und unterstützt. So wurde in den Jahren 2014-2016 ein Projekt zur Einrichtung eines bilateralen Biosphärenreservates auf Grundlage des Katunskij-Zapovedniks in der Russischen Föderation und des Katon-Karagajskij-Nationalparks in Kasachstan aus Mitteln des Beratungshilfeprogramms des BMUB finanziert, vom BfN fachlich betreut, vom UBA administriert, von der HNEE als Projektnehmer umgesetzt und von der MSS fachlich beraten. Dieses Projekt wurde 2016 erfolgreich abgeschlossen und mit großer internationalen Beachtung auf dem Weltkongress der Biosphärenreservate im März dieses Jahres in Lima/Peru der MAB Familie vorgestellt.

Der erfolgreiche Abschluss dieses Projektes hat dazu geführt, dass das BMUB und UBA als Koordinationsstelle des Beratungshilfeprogramms sich bereiterklärt haben, ein Zweiphasenfolgeprojekt "Schritte zur Errichtung eines 4-Länder umfassenden Biosphärenreservates im Großraum Altai“ zwischen der Russischer Föderation und der Mongolei finanziell zu unterstützen. Gespräche in Moskau mit verschiedenen Akteuren bildeten den Anfang der Reise deutscher Naturschützer auf dem Wege in den russischen und mongolischen Altai mit Abschlussgesprächen in der mongolischen Hauptstadt Ulan-Bator. An der Reise und dem Treffen mit Gorbatschow nahmen teil Heinrich Schmauder (BfN), Prof. Dr. Pierre Ibisch und Anja Krause (HNEE) sowie der Stellvertretende Vorsitzende der Michael Succow Stiftung Prof. Dr. Hans D. Knapp.

Feier den Strand!

Einen Nachmittag lang drehte sich beim diesjährigen Fest der Biologischen Vielfalt im Projekt Schatzküste alles um das Thema Strand. Alle konnten mitmachen bei Meeresmüll-Upcycling und Strandrätsel: Ist Meersenf scharf und welche Farbe hat Mikroplastik? Wieviel davon ist in meinem Duschgel? Mitgebrachte Duschprodukte wurden auf die kleinen Plastikpartikel analysiert, Kalmare seziert. Per„Sieb‘ dir was!“ kamen die schönsten Strandmotive auf T-Shirts. Pantomime-Pirat Peter Pelzig trainierte die Lachmuskeln, die Bands Bellatriste und Lappalie lieferten den richtigen Strandsound. Hier mehr Bilder und Infos zum Fest...
 

Festkolloquium zu Michael Succows 75. Geburtstag

„Er kann Menschen begeistern, ob sie wollten oder nicht!“ lautete am 29. April eine Erklärung für das herausragende Lebenswerk des Moor- und Naturschützers Prof. em. Michael Succow . Für dieses wurde der Alternative Nobelpreisträger anlässlich seines  75. Geburtstags mit einem ganztägigen Festkolloquium in der Aula der Universität Greifswald geehrt. Freunde und Weggefährten wie Jochen Flasbarth, Staatssekretär im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB), Erwin Sellering, Ministerpräsident von Mecklenburg-Vorpommern, der Unternehmer Michael Otto, sowie Jakob von Uexküll, Stifter des Alternativen Nobelpreises, sprachen über das langjährige Engagement des Naturschützers.
 

weiterlesen

Auch eine durch den vielfach ausgezeichneten Professor geprägte Generation junger Landschaftsökologen gab ein Bild zum Stand des Naturschutzes heute und den aktuellen Herausforderungen der Landnutzung. Mehr in der Pressemitteilung zu Jubiläum und Festveranstaltung.

.