Virtuelle Flora Zentralasiens - CAViF

Usbekistan ist Heimat einer Flora, die an die extremen Umweltbedingungen der Region, Trockenstress und hohe Salzkonzentrationen in Boden und Grundwasser angepasst ist. Hier befinden sich die Zentren wilder Verwandter von heute weltweit bedeutenden Erntekulturen. Die Flora von Usbekistan besteht aus mindestens 4.350 Arten einheimischer Gefäßpflanzen, darunter eine große Anzahl von ökonomisch relevanten, endemischen oder bedrohten sowie kulturgeschichtlich herausragenden Arten. Rund 400 Arten wurden als national endemisch identifiziert. Eine überwältigende Menge an Informationen über die Flora von Usbekistan steht als Ergebnis von 176 Jahren intensiver Feldforschung einer nationalen und internationalen Wissenschaftsgemeinschaft zur Verfügung. Der Großteil der Datenbestände geht auf die 1960-80er Jahre zurück und existiert als analoge Daten- und Florensammlungen. Dazu gehören Monographien, wissenschaftliche Berichte und eine Sammlung des Zentral-Herbariums Usbekistans in Taschkent (TASH). Mit mehr als 1,5 Millionen Herbarbelegen, die bis in das Jahr 1840 zurückreichen, umfasst TASH die größte Herbarsammlung von zentralasiatischen Arten weltweit und ist eines der größten Herbarien in Asien. Viele der Aufnahmen sind seit Anlegung nicht mehr gesichtet worden und unterliegen einem stätigen Qualitätsverlust. Ziel des Projektes ist es, diesen einzigartigen Schatz zu bewahren und einer breiten Gemeinschaft von Wissenschaftlern aber auch Hobbyfloristen zur Verfügung zu stellen.

 

Das Fehlen einer konsistenten digitalen Informationsquelle der Pflanzenvielfalt Zentralasiens ein ernstes Defizit. Es wirkt sich negativ auf die tägliche Arbeit von Naturschutzorganisationen, Schutzgebietspersonal, dem Umweltmonitoring und der wissenschaftlichen Arbeit aus. Das Fehlen einer standardisierten IT-Datenbank der Flora verhindert es, Pflanzenbestände und -vorkommen effizient und transparent zu verwalten. Das Staatliche Komitee für Ökologie und Umweltschutz in Usbekistan setzt jährlich Quoten für wirtschaftlich wertvolle Wildpflanzenarten ein, aber es gibt keine verlässlichen und aktuellen Daten als Grundlage dafür. Das Projekt wird im Rahmen des Förderprogrmmes „Pilot measures for partnerships in science, research and education with the Central Asian and South Caucasus countries“ umgesetzt, finanziert durch das deutsche Bundesministerium für Bildung und Forschung.

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Projektkoordinator: Jens Wunderlich, jens.wunderlich(at)succow-stiftung.de