Moorrestauration in Russland

Wiedervernässung von Mooren in Russland – Verhütung von Bränden und Abmilderung des Klimawandels

Mehr als 8% der Fläche Russlands sind mit Mooren bedeckt. Diese wurden in der Vergangenheit in großem Umfang trockengelegt, um sie für Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Torfabbau nutzbar zu machen. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion wurden sie vielfach aufgegeben. Viele der nicht mehr bewirtschafteten Flächen – insgesamt ca. 2,75 Mio. ha – stellen ein akutes Feuerrisiko dar und sind zudem eine Quelle von Treibhausgasen, die als Folge der durch die Entwässerung eingeleiteten Torfmineralisierung entstehen. Aufgrund der verheerenden Moorbrände im Jahr 2010 hat die russische Regierung entschieden, als vorbeugende Maßnahme die Wiedervernässung von degradierten Mooren einzuleiten und hat dafür um internationale Unterstützung gebeten.

 

Ein von Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem russischen Präsidenten Dmitri Medvedev im Juli 2011 unterzeichnetes Abkommen ermöglichte die Entwicklung eines gemeinsamen Russisch-Deutschen  Projekts mit deutschen Investitionen für die Weiterentwicklung der technischen Expertise und russischen Investitionen für die konkrete Umsetzung der Wiedervernässungsmaßnahmen.

 

Ziel des Projektes ist es, die aus der Trockenlegung von Mooren und aus Moorbränden resultierenden Treibhausgasemissionen durch klimaoptimierte Wiedervernässung und nachhaltige Bewirtschaftung von degradierten Mooren im europäischen Teil Russlands um ca. 10t CO2-Äquivalente/ha/Jahr zu reduzieren. Damit werden gleichzeitig die biologische Vielfalt auf diesen Flächen gesteigert, Brände vermieden und neue Einnahmequellen für die Bevölkerung erschlossen. Außerdem soll der gesetzliche und politische Rahmen für solche Restaurationsmaßnahmen verbessert werden: durch die klare Festlegung  von Zuständigkeiten der Behörden, die Entwicklung von Richtlinien für nationale Treibhausgasinventarisierungen und die Einbeziehung von Moorschutz und Wiedervernässung in eine Kyoto-Nachfolgeregelung.

 

Die Projektaktivitäten umfassen die Inventarisierung von Moorflächen und deren Priorisierung für Wiedervernässung, die Wiedervernässung von Mooren v.a. im Moskau Oblast, aber auch in anderen Gebieten, und den Aufbau eines Monitoringsystems für Treibhausgase und Biodiversität. Weiterhin die Durchführung von Weiterbildungsmaßnahmen, die Erarbeitung von Empfehlungen für Politik und Gesetzesrevisionen im Hinblick auf eine nachhaltige Moorbewirtschaftung sowie die Entwicklung von Ansätzen und Mechanismen für finanziell und ökologisch nachhaltige Moorwirtschaft.

 

Der Film zum Projekt "Restoring Peatlands in Russia - for fire prevention and climate change mitigation" ist in Englisch und Russisch auf youtube zu sehen.

 

Das Projekt wird im Rahmen der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gefördert. Es wird gemeinsam von Wetlands International (Niederlande),vor Ort vertreten durch  Wetlands International Russland, der Michael Succow Stiftung, der Universität Greifswald und dem Forstinstitut der Russischen Akademie der Wissenschaften und in Kooperation mit den zuständigen Verwaltungsbehörden der Oblaste und dem Russischen Ministerium für Naturressourcen und Ökologie durchgeführt.

 

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Projektkoordination:

Jan Peters, email: jan.peters@succow-stiftung.de

 

Weitere Informationen zum Projekt

Ein Projektflyer (auf Englisch) finden Sie hier zum Download.