Central Asian Desert Initiative (CADI)

Schutz und nachhaltige Nutzung winterkalter Wüsten

Die zentralasiatischen Staaten tragen eine Hauptverantwortung für den Schutz der winterkalten Wüsten, einem der weltweit am wenigsten geschützten Ökosysteme. Die winterkalten Wüsten sind weiträumige Habitate für wandernde Huftierarten wie auch migrierender Vögel. Sie stellen eine enorme Bandbreite an Ökosystemleistungen bereit: Die Wüsten sind die wichtigsten Weidegebiete in den ariden und semi-ariden Trockengebieten der Region, vermindern Sedimentfraktionsprozesse und sind – im natürlichen Zustand – eine weltweit bedeutende Kohlenstoffsenke.

Aktuell sind diese Wüsten durch massive Degradationsprozesse bedroht, ausgelöst durch Übernutzung natürlicher Ressourcen, wie z.B. Feuerholzentnahme, nicht angepasste Beweidungspraktiken und großräumige Infrastrukturmaßnahmen. Ein enormer, teilweise irreversibler Verlust an Habitaten und Arten, darunter global bedrohter oder endemischer, ist das Ergebnis. Die Degradationsprozesse bedrohen bereits merklich die Lebensgrundlage von Millionen Menschen in der Region.

Photo: Oleg Kugaev

Central Asian Desert Initiative (CADI)

Schutz und angepasste Nutzung winterkalter Wüsten in Zentralasien

Ort: Kasachstan, Turkmenistan, Usbekistan

Laufzeit: 07.2016 - 12.2021

Vor diesem Hintergrund entwickeln die Regierungen Kasachstans, Turkmenistans und Usbekistans momentan verstärkt Strategien zum Schutz und zur nachhaltigen Nutzung des Wüstenökosystems. Die Central Asian Desert Initiative (CADI) unterstützt sie hierbei. Aufbauend auf 8-jähriger wissenschaftlicher Forschung und Projektumsetzung der Succow Stiftung in den Wüstenregionen Zentralasiens soll im Rahmen des Projekts eine Regionalinitiative zum Wüstenschutz aufgebaut werden, getragen von einem Austausch aller relevanter Akteur*innen über Erfahrungen, existierendes Wissen und künftige Entwicklungschancen. Dieser regionale und interdisziplinäre Ansatz ist entscheidend, um aktuelle Desertifikationsprozesse zu stoppen und umzukehren, den Schutz der Wüstenökosysteme zu fördern und die Widerstandsfähigkeit der Ökoysteme Zentralasiens gegen die Auswirkungen des Klimawandels zu stärken.

CADI Partner in den Zielländern sind in Kasachstan das Komitee für Forstwesen und Tierwelt des Ministeriums für Ökologie, Geologie und Naturressourcen sowie die NGO Association for the Conservation of Biodiversity (ACBK), in Turkmenistan das Ministerium für Landwirtschaft und Umweltschutz sowie in Usbekistan das Staatliche Komitee für Forstwesen und das FAO Länderbüro.

Wissenschaftliche Publikationen:

Batsaikhan, B., Lkhamjav, O., Batsaikhan, G., Batsaikhan, N., and Norovsuren, B.: Carbon stock estimation using remote sensing data and field measurement in Haloxylon ammodendron dominant winter cold desert region of Mongolia, ISPRS Ann. Photogramm. Remote Sens. Spatial Inf. Sci., V-3-2020, 9-17

Chirikova M.A., Zima Yu.A., Pestov M.V. & Terentjev V.A.: About the problem of mass death of reptiles in barrage trenches in South Kazakhstan. In: Selevinia, 2019, Vol. 27, p. 111-114. [in Russian] О подтверждении обитания длинноногого сцинка (Eumeces schneideri) на территории Казахстана 

Gritsina, M. (2019): The Caracal Caracal caracal Schreber, 1776 (Mammalia: Carnivora: Felidae) in Uzbekistan

IUCN (2020): World Heritage thematic study for Central Asia: priority sites for World Heritage nomination under criteria (ix) and (x)

Nuridjanov, D., Abduraupov, T. & Gritsina, M. (2019): Findings of the herpetological investigations to the Southern and Central Ustyurt Plateau and Sarykamysh basin (Uzbekistan) [in Russian] РЕЗУЛЬТАТЫ ГЕРПЕТОЛОГИЧЕСКИХ ИССЛЕДОВАНИЙ ЮЖНОЙ И ЦЕНТРАЛЬНОЙ ЧАСТЕЙ ПЛАТО УСТЮРТ И САРЫКАМЫШСКОЙ КОТЛОВИНЫ (РЕСПУБЛИКА УЗБЕКИСТАН)

Pavlenko, A. (2019): Ferula karakumica (Apiaceae), a new species from Turkmenistan

Ten, A. & Soldatov V. (2019): The Practice of Identifying a Nesting Biotope for Raptors in the Central Part of the Kyzylkum Desert Using the GIS Technology

Pestov, M.V., Dieterich, T., Terentyev, V.A., Nurmuhambetov, Z.E., Muhashov, A.T. & D.A. Denisov: Problems and solutions regarding the border fence that mitigates the migration of ungulates on the territory of the Mangystau Oblast of the Republic of Kazakhstan. [In Russian: Проблема пограничных проволочных заграждений, препятствующих миграциям копытных животных, на территории Мангистауской области Республики Казахстан и пути её решения]. In: Selevinia (2018), Vol. 26, p. 92-98

 

Projektergebnisse:

CADI Infoflyer #Deutsch  #Englisch  #Russisch  #Turkmenisch

Infoplakate zur Biodiversität in Ustjurt und der Aralregion

Online-Clips des Youtube Kanals „Vse Kak U Zverei“ zu winterkalten Wüsten:

#1 Die acht schrecklichsten Tiere der Wüste

#2 Lifehacks, die einem das Leben retten

#3 Warum finden wir einige Tiere so süß?

Online-Artikel im Journal „Golden Age“ zum UNESCO Welterbenominierungsprozess im Rahmen von CADI in Turkmenistan

Ergebnisbericht zu den CADI-Biodiversitätsexpedition nach Süd-Ustjurt (Kasachstan) 2017-2019

 

Digitale Herbarien Zentralasien

Kasachstan:

https://flora-kaz.botanik.uni-greifswald.de/

Turkmenistan:

https://flora-tm.botanik.uni-greifswald.de/

Das Projekt wird von der Succow Stiftung zusammen mit der Universität Greifswald und dem Subregionalbüro für Zentralasien der FAO durchgeführt.

CADI ist Teil der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI). Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) fördert die Initiative aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.

Weitere Informationen bietet die CADI-Website. Hier können Sie auch den CADI-Newsletter abonnieren.

Jens Wunderlich (Foto: Ph. Schroeder)
Ansprechpartner

Jens Wunderlich
Expertise: Welterbe, Biosphärenreservate, Kartographie

jens.wunderlich[at]succow-stiftung.de


Tel +49 3834 83542 24