DIAPOL-CE

Politikdialog zu Niedrigemissionsstrategien und resilienter Wirtschaftsentwicklung

In diesem Projekt arbeiten wir mit der GIZ, der Nile Basin Initiative (NBI) und dem ugandischen Ministerium für Wasser und Umwelt (MoWE) zusammen, um die Rolle der Restauration von Mooren für den Klimaschutz und eine klimagerechte Landwirtschaft zu stärken. Die Ergebnisse werden in klimapolitischen Dialogen in Uganda und dem Nile Equatorial Lakes Forum der NBI (NEL-SAP), sowie in anderen regionalen und internationalen klimapolitischen Dialogen verwende, z.B. bei der Africa Climate Week (ACW) und dem Nile Basin Development Forum (NBDF). 
Wir untersuchen den aktuellen Stand der Einbeziehung von Wieervernässungen in Ugandas NDC und die Rolle von Mooren und deren Landnutzung. Ziel ist es, einen Fahrplan für die Einbeziehung von Emissionen aus entwässerten Mooren in das NDC und die bestehenden (oder geplanten) Monitoring-, Reporting- und Verifizierungssysteme (MRV) zu erstellen. Wir untersuchen auch die Rolle, die klimafreundliche Landwirtschaftspolitiken, Paludikultur-Wertschöpfungsketten, im Rahmen von Wiedervernässungsprogrammen (d.h. Wiederherstellung) als alternativer wirtschaftlicher Entwicklungspfad spielen können. Diese Aktivitäten werden mit Hilfe von Desk Research, Interviews und Expertenworkshops durchgeführt. 

Alle Länder des Nilbeckens sind Vertragsparteien der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC). Um das Ziel der Konvention zu erreichen, sind alle Vertragsparteien verpflichtet, zuverlässige, transparente und umfassende Informationen über THG-Emissionen, Klimamaßnahmen und Unterstützung zu kommunizieren. Unter der UNFCCC sind alle Nilbeckenländer Nicht-Annex-I-Länder. Alle Nilbeckenländer haben ihre National Determined Contributions (NDC) eingereicht, aber bisher hat noch keines die (oft erheblichen) Emissionen aus entwässerten Mooren in sein NDC aufgenommen.
Uganda hat in seinem zweiten NDC im Jahr 2015 die "Wiederherstellung von Feuchtgebieten" als Aktivität zur CO2-Emissionsreduktion genannt. Die geschätzten Emissionen für das Business-as-usual-Szenario bis 2030 betragen 77,3 Mt CO2  Äqu jährlich. Etwa 22 % dieser Emissionen entfallen auf den LULUCF-Sektor. Die Restauration von Feuchtgebieten als Reduktionsmaßnahme aus dem Business-as-usual-Szenario bis 2030 beläuft sich auf etwa 0,8 Mt CO2 Äqu. Es ist in der Mitteilung unklar, ob die Emissionen aus der Restauration von Feuchtgebieten als Teil des LULUCF-Sektors oder als eigenständig betrachtet werden. Auch die Emissionen aus entwässerten Mooren sind noch nicht berücksichtigt. 
Die Daten unserer Arbeit zeigen, dass die Entwässerung von Mooren, die weniger als 25 % aller Feuchtgebiete in Uganda betrifft, von 2015 bis 2035 in einem Business-as-usual-Szenario Emissionen von etwa 8 Mt CO2 jährlich verursachen, was 10 % der gesamten jährlichen Emissionen bis 2030 entspricht. Daher könnten die Emissionen aus entwässerten Mooren für Ugandas zukünftige transparente Berichterstattung und Emissionsminderungsaktivitäten von Bedeutung sein, insbesondere wenn Aktivitäten zur Wiederherstellung von Feuchtgebieten in ihr NDC aufgenommen werden sollen. Die gleiche Situation ist wahrscheinlich für andere Länder des Nilbeckens mit bedeutenden entwässerten Mooren..

DIAPOL

Projektname: DIAPOL-CE – Politikdialog zu Niedrigemissionsstrategien und resilienter Wirtschaftsentwicklung 
Ort: Uganda, Seen des Nilbeckens 
Partner: Nile Basin Initiative, GIZ Uganda, Ministerium für Wasser und Umwelt Uganda  
Förderer: BMU 
Laufzeit: 1. Februar 2021 – 31. Januar 2022 

Samer Elshawi
Projektkoordination

Ökohydrologie, Moorhydrologie, Wasserqualität und stabile Isotopen von Torf und Grundwasser; Afrika, Europa