Weißrussland

Wiedervernässung und nachhaltiges Management von Mooren – Ein Klimaschutzprojekt mit Vorteilen für Wirtschaft und Biodiversität

Der Schutz und die nachhaltige Nutzung von Moorökosystemen sind bedeutende Ziele für die internationale Natur- und Klimaschutzarbeit. In Weißrussland bot sich die Gelegenheit, dieses Anliegen im großen Maßstab im Verbund von erfahrenen Partnern umzusetzen.

Weißrussland ist einer der bedeutendsten Hotspots von Treibhausgas-Emissionen aus entwässerten Mooren. Durch die Wiedervernässung der Moore können diese Emissionen vermieden werden. Im Rahmen des Projektes wurde eine Methodik zur Erfassung von Emissionen aus entwässerten und wiedervernässten Mooren und zum Handel mit CO2-Zertifikaten auf dem Freiwilligen Emissionsmarkt entwickelt und getestet.

Das Projekt war ein Demonstrationsvorhaben für die Reduktion von Treibhausgas-Emissionen und die Förderung der Biodiversität durch Revitalisierung und nachhaltiges Management großer degradierter Moorflächen. Im Projekt wurden ca. 15.000 Hektar Moor wiedervernässt und damit die Emission von ungefähr 100.000 Tonnen Kohlenstoff-Äquivalenten pro Jahr vermieden. Die dabei entwickelte Methodik schafft auch zukünftig die Grundlage für die Wiedervernässung von bis zu 520.000 Hektar Moorfläche in Weißrussland. Das Risiko umwelt- und gesundheitsgefährdender Moorbrände wurde durch die Wiedervernässungsmaßnahmen im Rahmen des Projektes massiv verringert. Durch umfangreiche Trainings- und Weiterbildungsmaßnahmen wurde die weißrussische Kompetenz der Moor-Wiedervernässung weiter ausgebaut.

 

Darüber hinaus wurden aus zerstörten, toten Mooren wieder lebendige Ökosysteme. 

 

Der Mensch gewinnt dadurch in vielfältiger Weise. Die lokale Wirtschaft profitiert zunächst von der Durchführung der Maßnahmen und langfristig vom Management der Projektflächen. Der Handel mit Emissions-Zertifikaten und die dauerhaft umweltgerechte Nutzung der Biomasse von den wiedervernässten Flächen wurden geprüft und können weitere finanzielle Anreize liefern.

Das Verbundvorhaben der Michael Succow Stiftung und der Royal Society for the Protection of Birds (RSPB, Großbritannien) wurd im Rahmen der Internationalen Klimaschutzinitiative des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) finanziert. Partner in Weißrussland waren APB-Birdlife Belarus, das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) in Weißrussland sowie das Ministerium für Naturressourcen und Umweltschutz der Republik Weißrussland.

tl_files/img/logos/image012.jpg      tl_files/img/logos/BMU_Web_de_WBZ.gif