Die Sernitzniederung

Die Sernitzniederung im Nordosten Brandenburgs ist Teil der vielfältigen Kulturlandschaft des Biosphärenreservats Schorfheide-Chorin. Sie umfasst Durchströmungsmoore und Quellmoore. Im Quellbereich der Sernitz bei Greiffenberg treten drei Grundwasserleiter aus. Dadurch konnte sich fast im gesamten Talraum ein insgesamt etwa 800 ha großer Quellmoorkomplex bilden – einer der am besten ausgeprägten Quellmoorkomplexe in Deutschland. Die Torfschicht ist bis zu 11 m mächtig. Ab dem 17. Jahrhundert nutzte man das Moor und entwässerte es dafür. Ein Teil der Gräben wird heute nicht mehr unterhalten, dennoch stören zu niedrige Grundwasserstände das Moor in seinen Funktionen. Aktuell ist der westliche Teil des Sernitzmoores nur kleinräumig genutzt. Wasserbüffel und Galloways beweiden das an die Sernitz angrenzende Feuchtgrünland. Stellenweise werden verschilfte Flächen durch eine Mahdnutzung ausgehagert. Im Ostteil der Sernitzniederung wird das Feuchtgrünland weiterhin extensiv bewirtschaftet. Die Mahd ist an die Erfordernisse des Wachtelkönigs angepasst. Die Wasserstände werden sukzessive erhöht (torfschonende Stauhaltung).

Einen Teil der Fläche übernahm die Michael Succow Stiftung im Rahmen des Nationalen Naturerbes, weitere Flächen erwarb sie während des EU-LIFE-Projekts Schreiadler-Schorfheide. Auf 400 ha die Wasserstände anheben. Im Westteil der Sernitz hob es dafür z.B. auf 2 km die gesamt Gewässersohle und stellte die natürliche Gewässerdynamik wieder her. Im Ostteil der Sernitz kappte es auf über 20 km die Drainagen und plombierte die Entwässerungsgräben. Zu den Projektmaßnahmen zählt auch der familienfreundliche Moorerlebnispfad „Kavelwiesen“. Er zeigt die Folgen der einstigen Entwässerung wie auch die Bedeutung des wieder wassergesättigten und schonend bewirtschafteten Moores für das Klima und die Artenvielfalt.

 

Auf ihren Flächen überführt die Stiftung weiterhin den gestörten Wasserhaushalt in einen naturnäheren Zustand. Durch das (komplette) Verschließen von Gräben oder hohe Stauregime hebt sie die Wasserstände soweit wie möglich an. Wo es sinnvoll und möglich ist, lässt sie die Flächen auch weiterhin extensiv bewirtschaften. Hiervon profitieren insbesondere Wachtelkönig, Wiesenpiper, Breitblätriges Knabenkraut und Sumpf-Engelwurz. So lassen sich auf den Stiftungsflächen in der Sernitz Klimaschutz und Moorschutz mit extensiver Landwirtschaft verbinden. In Zusammenarbeit mit den Flächennutzern entwickelt die Stiftung alternative Nutzungsformen wie Paludikultur. Andernorts werden torfbildende, mehr oder weniger offene Schilf-Seggenriede (wieder) entstehen, die bald auch ohne Pflege gehölzarm und torferhaltend sein werden.

 

Die Arbeit der Michael Succow Stiftung in der Sernitz wird durch die Stiftung Feuchtgebiete und die Allerich Stiftung gefördert.

 

Ansprechpartner: Thomas Beil, thomas.beil(at)succow-stiftung.de 

 

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