Newsletter 1/2012
Neue Wildnis-Inseln im Porträt: Der Bolzer See
Überwältigend grün und voller Vogelgezwitscher – so präsentiert sich der Wald um den Bolzer See im Frühjahr. 2011 übernahm die Michael Succow Stiftung aus dem Nationalen Naturerbe dort 35 ha. Der See liegt im Naturpark Sternberger Seenland nahe der mecklenburgischen Seenplatte. Auf einer Insel im See brüten Kormorane und Graureiher, auch der Fischotter kommt in dem Gebiet vor. Die Stiftungsflächen bestehen vor allem aus buchenreichem Mischwald mit kleinen Grünlandflächen – hier soll sich die Natur ganz gemäß ihrer eigenen Dynamik entwickeln können. Voraussetzung dafür ist, dass das ehemalige Binnenentwässerungssystem wiederhergestellt wird. Das heißt, der künstlich herbeigeführte oberirdische Wasserabfluss soll vollständig unterbunden werden. Dafür plant die Michael Succow Stiftung vor allem, bestehende Entwässerungsgräben zu verschließen. Außerdem soll eine Hecke als Pufferstreifen zwischen Ackerflächen und See die Belastung des Sees durch landwirtschaftliche Nutzung verringern. Unterstützen Sie uns dabei, den Bolzer See zu einer Wildnisinsel mit Urwald und natürlichem Wasserhaushalt zu machen und dauerhaft als grünen Lebensraum zu erhalten!
Projektstart Wetland Energy
In Weißrussland beginnt die aktive Phase des Projekts „Wetland Energy – nachhaltige Nutzung nasser Moore“. Mitarbeiter der Michael Succow Stiftung trafen sich Anfang März mit weißrussischen Projektpartnern, um die Maßnahmen abzusprechen. Dabei wurde ein Lenkungsgremium für das Projekt einberufen, das die Projektaktivitäten begleitet und Erfolgskontrollen durchführt. Die Registrierung des Projektes durch verschiedene Ministerien Weißrusslands soll im April abgeschlossen werden, so dass den Projektaktivitäten im Lande nichts mehr im Wege steht. Die Michael Succow Stiftung kann dabei auf die Erfahrungen bisheriger Projekte in Weißrussland zurückgreifen.
Im Rahmen des Projekts "Wiedervernässung und nachhaltiges Management von Mooren" führte die Michael Succow Stiftung in Weißrussland bereits Biomasse-Aktivitäten durch. Zur Zeit werden die Einrichtungen zur Biomasse-Ernte und Verarbeitung im Sporova-Schutzgebiet im Brest Oblast fertiggestellt. Mit der Biomasseerntemaschine, einer umgebauten Pistenraupe (Ratrak), wurden bereits mehr als 200 ha Seggenrieder und Schilfröhrichte im Yaselda Tal geerntet. Die technischen Anlagen zur Weiterverarbeitung der Biomasse zu Briketts und Pellets wurden zum größten Teil angeliefert und installiert. Techniker sind allerdings noch dabei, die gesamte Prozesskette zum Laufen zu bringen. Im August soll mit einem „Prominenten-Wettmähen“ die gesamte Anlage im Normalbetrieb demonstriert werden.
Usbekistan: Expedition nach Karalkapakstan
In Usbekistans autonomer Provinz Karakalpakstan will die Michael Succow Stiftung ein einzigartiges Schutzgebiet entwickeln. Derzeit werden dafür die naturräumlichen und politischen Rahmenbedingungen untersucht – auch im Hinblick auf mögliche Finanzierungsmechanismen aus dem internationalen Klimaschutz. Die winterkalten Wüsten Usbekistans sind nicht nur Lebensraum für gefährdete Tier- und Pflanzenarten, sondern binden auch Kohlenstoff, unter anderem in der Saxaul-Vegetation. Vom 8. bis 30. Mai organisiert die Michael Succow Stiftung eine große Exkursion nach Usbekistan. Internationale Nachwuchswissenschaftler erforschen die Pflanzen- und Tierwelt Karalkapakstans. Möglich wird die Expedition durch das Hochschulkooperationsprojekt CABNET sowie die Unterstützung des Bundesumweltministeriums (BMU).
Tanasee: Fortschritte beim Aufbau des Biosphärenreservats
Gemeinsam mit dem NABU und äthiopischen Partnern treibt die Michael Succow Stiftung derzeit den Aufbau eines Biosphärenreservats am Tanasee voran. Die regionalen Behörden unterstützen das Vorhaben, eine Vereinbarung mit der Regierung der Region Amhara wurde bereits unterzeichnet. Stiftungsgründer Michael Succow stellte dem Präsidenten der Amhara-Region H.E. Ayalew Gobezie die im letzten Jahr erstellte Machbarkeitsstudie für ein Biosphärenreservat vor – Gobezie sagte seine Unterstützung zu, als Biologie ist ihm die Umweltproblematik am Tanasee bewusst. Michael Succow unternahm eine Bootsfahrt mit Dr. Ayalew Wondie (Experte für Feuchtgebiete an der Universität Bahir Dar) zur Halbinsel Tana Kirkos. Tana Kirkos ist mit einem Kloster und seinem historischen Kirchenwald, einer Flussmündung und einem Feuchtgebiet ein besonders wertvoller Teil des künftigen Biosphärenreservats. NABU und Michael Succow Stiftung richten derzeit ein Projektbüro in Bahir Dar ein – über Unterstützung für den Schutz der Feuchtgebiete und Wälder am Tanasee freuen wir uns!
Stiftungsnachrichten
Capacity Building: Ökologischer Studiengang für Aserbaidschan
Die Michael Succow Stiftung unterstützt derzeit die Entwicklung eines ökologischen Masterstudiengangs an der Baku State University in Aserbeidschan. Ziele, Lehrinhalte und die Struktur des Studiengangs wurden bei deutsch-aserbeidschanischen Workshops in Baku und Greifswald erarbeitet, Mitte April soll das Konzept für den Studiengang finalisiert werden. Die ersten Studenten werden voraussichtlich ab dem Wintersemester in Baku mit Schwerpunkten in Biodiversität und Naturschutz ausgebildet. Das Projekt findet im Rahmen der Initiative der GIZ „Nachhaltige Bewirtschaftung der Biodiversität, Südkaukasus“ statt.
Russische
Ingenieure zur Weiterbildung in Greifswald
Vom 15. bis 20. Januar 2012 waren russische Ingenieure, Vertreter der Moskauer Gebietsregierung, des russischen Umweltministeriums und der russischen Akademie der Wissenschaften auf Studienreise in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Die Reise war Teil eines deutsch-russischen Moorschutzprojekts: um künftig gefährliche Brände wie im Jahr 2010 zu verhindern und einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten, werden im Moskauer Gebiet Moore wieder vernässt. In Deutschland besuchten die russischen Experten unter anderem den Naturpark Uckermärkische Seen, das Peenetal und das Grenztalmoor und erfuhren dabei mehr über die technische Umsetzung der Moorwiedervernässung und Möglichkeiten der nachhaltigen Moorbewirtschaftung. Bei einem Abschlussworkshop in Greifswald wurde ein Fahrplan für die anstehenden Maßnahmen in Russland aufgestellt.
Michael Succow im Deutschlandfunk
Am Ostersonntag ist Michael Succow im Deutschlandfunk zu Gast. In der Sendung "Zwischentöne" von 13.30 Uhr bis 15 Uhr berichtet er aus seinem Leben und über das Engagement der Stiftung. Öffentliche Vortragstermine von Stiftungsgründer Prof. Michael Succow finden Sie hier.

