Myanmar

Entwicklung eines UNESCO-Biosphärenreservats „Indawgyi Lake“

In Myanmar bietet sich gerade im Zuge der politischen Öffnung ein optimales wie auch kurzes Zeitfenster, die Naturschutzpolitik neu auszurichten – von einem „staatlich verordneten“ Schutzansatz hin zu einem kooperativen Naturschutz unter Einbeziehung der örtlichen Bevölkerung. Dabei rückt das UNESCO-Programm „Man and Biosphere“ in den Fokus.

 

Das Gebiet um den Indawgyi-See bietet sich als künftiges Biosphärenreservat an. Denn um diesen drittgrößten Süßwassersee Südost-Asiens findet sich ein reiches Natur- und Kulturerbe. In der Umgebung des Sees gibt es noch gut erhaltene tropische Regenwälder, die u.a. gefährdete Primaten wie Weißbrauengibbon(Hoolockleuconedys)sowie Phayre-Brillenlangur (Trachypithecusphayrei) und Shortridge-Langur (Trachypithecusshortridgei) beherbergen. Der See selbst sowie die zugehörigen Wasserläufe und regelmäßig überfluteten Sumpfgebiete sind ein bedeutendes Brut-, Rast- und Überwinterungsgebietfür zahlreiche Vögel und Lebensraum global gefährdeter Wasserschildkröten und endemischer Fische sowie des gefährdeten Schweinshirschs (Hyelaphusporcinus).

 

Im See liegt die berühmte Shwemyintzu-Pagode, die an buddhistischen Festen Ziel von bis zu 80.000 Besuchern ist. Die Bevölkerungsdichte in der Indawgyi-Region ist mit ca. 150 Einwohnern/km² relativ hoch. Durch Zuzug steigt sie und mit ihr Nutzungsdruck auf die natürlichen Ressourcen, was auch die Biodiversität gefährdet. Durch nachhaltige Regionalentwicklung kann dieses einzigartige Gebiet für kommende Generationen erhalten werden, wenn alle relevanten Akteure mit ihren Belangen einbezogen werden. Lokal besteht dafür große Kommunikationsbereitschaft und Aufmerksamkeit für Umweltprobleme.

 

Ziel des Projektes ist es, das Gebiet um den Indawgyi-See als Modellregion für nachhaltige Entwicklung in Myanmar gemäß internationaler Leitlinien des UNESCO-MAB-Programms zu entwickeln und ein partizipativ erarbeitetes Dossier zur Nominierung als Biosphärenreservat beim MAB-Sekretariat der UNESCO einzureichen.
Durch die Ausweisung als Biosphärenreservat sollen Voraussetzungen für eine naturverträgliche und ressourcenschonende ländliche Entwicklung unter Einbezug der örtlichen Bevölkerung geschaffen werden. Sie dient der langfristigen Sicherung der Ökosysteme, um Lebensraum für Flora und Fauna zu erhalten unter Berücksichtigung der Belange der lokalen Bevölkerung.

 

Vorgesehene Maßnahmen sind unter anderem:

  • Erheben und Bewerten von Daten zur Biodiversität; Entwicklung von Managementempfehlungen v.a. für Vögel, Amphibien, Pflanzen bzw. Vegetationsformen;
  • Initiierung einer Entwicklung alternativer Landnutzungs- sowie Einkommenskonzepte, letzteres vor allem im Rahmen von nachhaltigem, gemeindebasiertem Tourismus;
  • Konzeptionelle Entwicklung des Biosphärenreservates inklusive eines Monitoringkonzepts und Entwicklung der Verwaltungsstruktur;Informieren lokaler, regionaler und nationaler Akteureüber die Ziele und Konzeption eines Biosphärenreservates;
  • Stakeholder-Workshops zur partizipativen Zonierung des Gebiets; Entwicklung einer gemeinsamen Vision für das BR, in Verbindung mit einer Initiative zur Bildung für nachhaltige Entwicklung;
  • Erstellen und Einreichen des Nominierungsdossiers für ein UNESCO-Biosphärenreservat.

Das Projekt bezieht alle Beteiligten mit ihren Werten in die Gestaltung des Biosphärenreservats ein und ist gekoppelt an eine Initiative zur Förderung einer Bildung für nachhaltige Entwicklung.

 

Das Projekt wird gefördert durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB).
Es wird durchgeführt in Kooperation mit Fauna & Flora International (FFI), dem Umwelt- und Forstministerium der Republik der Union von Myanmar (MOECAF) sowie den UNESCO-Biosphärenreservaten Spreewald und Flusslandschaft Elbe Brandenburg durchgeführt.

 

 BMUB     BfN

 

 

Projektkoordination:

Kirsten Meuer, email: kirsten.meuer@succow-stiftung.de