Äthiopien

Potenzialanalyse für weitere UNESCO-Biosphärenreservate

Äthiopien verfügt über eine große ökologische und kulturelle Diversität. Es wird geprägt von wertvollen Ökosystemtypen und Hotspot-Regionen biologischer Vielfalt. Durch hohes Bevölkerungswachstum steigt jedoch auch in Äthiopien die Nachfrage auf natürliche Ressourcen.

 

Die Bedürfnisse der oft von Subsistenzwirtschaft lebenden Landbevölkerung nach natürlichen Ressourcen wie Feuerholz, Weideland und landwirtschaftliche Fläche, erhöhen auch in den Schutzgebieten kontinuierlich den Nutzungsdruck. Hohe Entwaldungsraten, Bodendegradation, Überweidung und Umwandlung in landwirtschaftliche Flächen sind die Folge.

 

Um die von zunehmender und nicht nachhaltiger Landnutzung bedrohten, aber hochgradig schützenswerten Naturräume und alten Kulturlandschaften in Äthiopien zu bewahren, ist die Einrichtung von UNESCO-Biosphärenreservaten (Man and the Biosphere Programm, MAB) ein vielversprechender Ansatz. Biosphärenreservate unterstützen eine sozial, ökonomisch und ökologisch nachhaltige Regionalentwicklung, wobei die Bedürfnisse der Bevölkerung integriert werden.

 

In Äthiopien wurden seit 2010 vier UNESCO-Biosphärenreservate gegründet: Kafa, Yayu,Sheka und Tanasee. Das Biosphärenreservat am Tanasee wurde 2015 mit Unterstützung der Michael Succow Stiftung erfolgreich gegründet.

 

In dem Projekt der Potenzialanalyse wurde geprüft, inwieweit weitere Regionen Äthiopiens für die Einrichtung von Biosphärenreservaten geeignet sind. Es wurden vorerst die gefährdetsten Regionen ermittelt, um eine Dringlichkeit und Priorisierung der Einrichtung von Biosphärenreservaten festzustellen. Im Fokus für mögliche Gebiete standen insbesondere die Nationalparke. Ihr Schutzstatus könnte durch die Einrichtung von Biosphärenreservaten, die sie umgeben und integrieren, erheblich verbessert werden.

Die in der Studie erhobenen Informationen bieten eine Daten- und Planungsgrundlage für anschließende Machbarkeitsstudien und konkrete Umsetzungsprojekte in einzelnen Gebieten mit besonders hohem Potenzial.

 

Unter Berücksichtigung der äthiopischen MAB-Strategie und bereits bestehender Projekte im Sinne des UNESCO-Biosphärenreservatkonzeptes, wurden in der Potenzialanalyse auf Grundlage von Felderhebungen und Workshops auch Empfehlungen zur weiteren Schutzgebietsentwicklung einzelner Gebiete gegeben.

 

Das Projekt wurde von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) mit Mitteln aus dem Studien- und Fachkräftefond gefördert.

 

 

GIZ

 

 

 

 

 

 

Projektkoordination:

Renée Moreaux, email: renee.moreaux@succow-stiftung.de